Asiatatische Bevölkerung in Südafrika

In Südafrika leben über 1 Million Asiaten (Inder/Chinesen), wobei es sich bei den Indern um die größte Gruppe handelt, die außerhalb Indiens und Pakistans lebt.

Sie kamen in zwei Wellen ins Land: Die einen wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend aus Süd- und Ostindien als Vertragsarbeiter für die Zuckerrohrfelder in Natal angeworben. Da ihnen die Option offen stand, nach Beendigung des Fünf-Jahres-Vertrags im Werte der Rückfahrtspassage Land zu erwerben, entschieden sich viele, in Natal zu bleiben, weil ihnen die Lebensumstände dort mehr zusagten als in ihrer indischen Heimat.

Die andere Gruppe von Indern kam als sogenannte „Passage-Inder“. Sie bezahlten ihre Überfahrt selbst. Als britische Staatsangehörige konnten sie frei reisen. Die meisten von diesen Indern waren Moslems und arbeiteten auf Plantagen oder ließen sich in Natal als Geschäftsleute nieder. Viele von ihnen zogen weiter nach Transvaal und in die Kapprovinz. Im Zuge des „Goldrausches“ am Witwatersrand eröffneten viele ihre Geschäfte dort. 20 Prozent der heutigen südafrikanischen Inder sind Nachfahren jener „Passage-Inder“.

Die Chinesen waren nach dem Anglo-Burenkrieg als Arbeiter für die Bergwerke am Witwatersrand angeworben worden. 1906 waren 50.000 Chinesen im Goldbergbau beschäftigt. In der Mehrzahl handelte es sich hier um Analphabeten, die aus der Provinz Schantung kamen. Da jedoch in der Folgezeit eher Schwarze für diese Arbeiten angeworben wurden, waren bis 1910 die meisten Chinesen wieder heimgekehrt.

Die nächste chinesische Einwanderungswelle begann um 1920, als wohlhabendere Chinesen in Südafrika gute Geschäftsmöglichkeiten sahen. Die heute vorwiegend am Witwatersrand lebenden Chinesen sind deren Nachkommen. Sie sind, obwohl sie alle Englisch und Afrikaans sprechen, sehr traditionsbewusst und pflegen darüber hinaus ihre Heimatsprachen Hukla und Kantonesisch.

Chinese Reclassified as Black in South Africa