Sozioökonomische Strukturen in Südafrika

blinder gitarrenspieler st georges mallÜber 30% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und über 20% haben kein Einkommen.Die unterschiedliche Bevölkerungsstruktur spiegelt sich leider immer noch in ihrer sozioökonomischen Struktur wider.Die durch die Apartheid-Gesetzgebung beeinflusste Bildung,Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Einkommensniveau definieren immer noch den sozioökonomischen Status bestimmter Gruppen. Südafrikas Verfassung von 1997 garantiert das Recht auf soziale Sicherheit. Das Land hat ein umfangreiches soziales Netz entwickelt, dieses ist jedoch limitiert oder auf Beiträge und Finanzierung durch Steuern basierend. Auch wenn es beitragsfreie Sozialhilfe für einkommensschwache Gruppen wie Kinder, Ältere, Behinderte und Veteranen gibt, schließen diese Hilfeleistungen eine große Anzahl von Menschen aus. Allgemein gibt es keine Sozialhilfe für arbeitsfähige Menschen zwischen 15 und 59 Jahren. Auch können HIV-Infizierte keine Unterstützung über Sozialhilfe erhalten, weil sie in keine der förderbaren Kategorien fallen. Dennoch erhalten ca. 25% der Bevölkerung Sozialhilfeunterstützung.

Arbeitslosen-,Alters- und Krankenversicherungen fallen unter die beitragspflichtigen Leistungen, die von Arbeitnehmern in formellen Beschäftigungsverhältnissen zu tragen sind. Eingeschlossen sind private Rentenfonds und Leistungen bei Arbeitslosigkeit, Unfall oder Krankheit. Ein gesetzliches Rentensystem gibt es in Südafrika nicht, die Altersversorgung unterliegt größtenteils der privaten Initiative.

Trotz zusätzlicher Unterstützung durch mehrere tausend private Hilfsorganisationen, die oft von der Wirtschaft mitgetragen werden, und trotz Entwicklungshilfe des Auslands ist die Kluft zwischen Arm und Reich gewaltig. Über 30% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und über 20% haben kein Einkommen.

Das vom ANC entwickelte und in den Mittelpunkt ihrer Politik gestellte Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm hat zwar den Wohnungsbau, den Ausbau des Erziehungswesens, die Strom- und Trinkwasserversorgung (vor allem in den ländlichen Gebieten) und die Schaffung von Arbeitsplätzen beschleunigt. Das Gesundheitswesen in den Städten ist bereits relativ gut entwickelt. Der Schwerpunkt liegt jetzt auf der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten, vor allem in Bezug auf HIV/AIDS-Aufklärung. Nur durch umfangreiche und intensivste Maßnahmen können die Lebensverhältnisse für weite Teile der schwarzen Bevölkerung weiter verbessert werden.

Extreme Inequality Retards South Africa's Economic Growth