Wilderness National Lakes Area

gardenroute-wilderness-seenSeenlandschaft zwischen Wilderness und SedgefieldNoch vor Sedgefield macht eine neue Landschaftsform auf sich aufmerksam: „The Lakes“.

Der jetzt folgende, knapp 20 km lange Küstenabschnitt bis zum Pass westlich des Ortes Wilderness wurde maßgeblich beeinflusst durch zwei uralte Dünenketten, eine direkt am Meer, die andere - größere - am Berghang hinter den Seen. Zwischen diese Dünen floss das von den Bergen kommende Wasser (Touws River, Serpentine und andere kleine Flüsse) und bildete eine kleine Seenkette, deren Seen wiederum durch kleine Dünen voneinander getrennt sind.

Wie Perlen an einer Kette reihen sich von Osten her Island Lake, Langevlei, Rondevlei und Swartvlei aneinander. Letzterer bietet dann über die Swartvlei Lagune den Abfluss ins Meer. Der kleine Ruigtevlei und der Groenvlei gehören nur bedingt dazu. „Vlei“ bedeutet dabei in Afrikaans soviel wie Sumpf. Der Salzgehalt der Seen nimmt von Westen bis zum Swartvlei hin zu.

Hinweis
Natürlich haben sich auch die Knysna Lagune, das Keurbooms Estuary und andere Küstenabschnitte auf ähnliche Weise gebildet wie „The Lakes“, doch unterscheiden sich diese einfach „äußerlich“ von den anderen. Daher haben wir sie an dieser Stelle geographisch ausgegliedert.

Ostabschnitt

Als nächstes folgt an der N2 ein Abzweig nach rechts, der zur Lake Road (bzw. Vlei Sand Rd genannt) gelangt. Nach gut 3 km passieren Sie die Einfahrt zum östlichen Abschnitt des Wilderness National Park. Dieser Parkabschnitt ist einzig der Natur verschrieben und daher besonders beliebt bei Vogelkundlern, die sich die Brackwasservögel anschauen möchten. Hierzu empfiehlt sich das Erlaufen des Dünen-Wanderweges, des Cape Dune Molerat Trail (bis zu 6 km lang/2–3 Std.). Unterkünfte und andere Freizeitaktivitäten werden in diesem Parkabschnitt nicht angeboten.

Rechter Hand der N2 (und auch der o.g. Piste) liegt nun das Rondevlei, ein kleiner See, der zurecht seinen Namen trägt, so rund ist er. Wilderness Dune Beach und die Flat Rocks (Abfahrt zum Holiday Inn) ein Stück weiter geben eine weitere Gelegenheit für einen kurzen Spaziergang bzw. einen Ausblick auf das Meer. So stehen z.B. an der Klippe hinter dem Holiday Inn Hotel ein paar Bänke.

Informationen

Ebb & Flow Visitor Center, an der N2 ausgeschildert, zwischen Wilderness und dem Wilderness Dune Beach (noch östlich der Touws River Bridge). Parkoffice geöffnet: Tägl. 8–17h (Mittagspause um 13h), im Dezember und Januar bis 20h. Hier gibt es auch Permits für bestimmte Wanderungen bzw. die Nutzung der Gewässer (Kanu fahren etc.). Die Unterkünfte in den moderneren Selbstversorgerhütten des Parks sind zu empfehlen.

Die oben beschriebene Landschaft zwischen dem Goukamma Nature Reserve im Osten und dem Touw River im Westen ist heute großenteils zum 2.600 ha großen Wilderness National Park zusammengefasst worden. Im Einzelnen umfasst das Gebiet den Mündungsbereich des Touw River, einen 18 km langen Strandabschnitt, die Wilderness sowie die Swartvlei Lagoon, den Serpentine River als auch die Seen (Island) Eilandvlei, Langvlei, Rondevlei, Ruigtevlei und Swartvlei. Die Parkgrenzen sind nur sehr vage auszumachen, und selbst die Karten unterscheiden sich da manchmal sehr. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, denn für die Erkundung der Lakes-Area tut das nicht viel zur Sache.

Das Nebeneinander von Salz-, Brack- und Süßwasser sorgt für eine vielfältige Flora und Fauna. Deshalb zählt diese Gegend zu den artenreichsten Wasservogel-Gebieten Südafrikas (u.a. Flamingos, Löffler). Die Uferzonen der Seen sind mit den unterschiedlichsten Schilfgewächsen zugewachsen, je nach Salzgehalt des Wassers.

Interessant ist auch, dass die einzelnen Seen nicht nur von den Bergflüssen (Touws, seinem Nebenfluss Serpentine und vier weiteren) mit Wasser gespeist werden, sondern in hohem Maße auch von dem Flutwasser, das vor allem über die Touws River-Lagune und den Serpentine eindringt. Ferner speisen aufsteigendes Grundwasser und höchstwahrscheinlich auch durch die Küstendünen einsickerndes Seewasser die Gewässer des Hinterlandes. Die Seen zwischen Island Lake und Swartvlei sind übrigens nicht mehr durch den Serpentine miteinander verbunden, sondern durch einen natürlichen Kanallauf.

wilderness panoramaWilderness Beach auf der Garden Route von M.Uebel [CC0], via Wikimedia Commons

Aktivitäten im Wilderness Park

Wanderwege: Es gibt eine Reihe von 1- bis 5-stündigen Wanderwegen im Park, die entlang des geschwungenen Serpentine-Flusses, durch die Dünen und um die einzelnen Seen herum führen. Wer nur einen dieser Wege laufen möchte, hat entlang dem 10 km langen Rundweg Pied Kingfisher Trail die Chance, alle typischen Gegebenheiten des Parks zu erleben (Strand, Dünen, Flüsse, Vögel, Vegetation). Der Weg beginnt und endet am Ebb & Flow Visitor Center. Im Visitor Center gibt es zudem Karten über weitere Wanderwege.

Kanu fahren: Da die Flüsse wenig Strömung aufweisen und die Seen zu klein sind für große Wellen, gehören besonders Kanutouren zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Ein Highlight bietet die *dreitägige Kanutour zwischen Wilderness und Sedgefield, die über das Parkoffice reserviert werden kann. Übernachtet wird dabei in einfachen Basiscamps. Die Parkverwaltung stellt aber nur den Führer, die Betten (ohne Bettzeug) und die Hütten. Sie müssen Ihre Nahrung, einen Schlafsack, wetterfeste Kleidung, einen Campingkocher und Getränke mitbringen. Diese Tour muss unbedingt vorher reserviert werden. Boote für jegliche Tourlänge können am Visitor Center oder aber in Wilderness über einen Kanuverleih ausgeliehen werden.

Segeln auf den Seen gehört ebenfalls zu den Angeboten, ist u.E. aber nicht so einzigartig, wie es von offizieller Seite dargestellt wird.

Ferner empfiehlt sich die Umgebung der Wilderness Lakes Area mit Para- bzw. Hanggliding (an den Kliffs am Holiday Inn und an der „Map of Africa“), Mountain Biking (in die Outeniqua Berge), Fischen (Süß- und Salzwasser) und Ausritte (Binnenseen, Strand). Anbieter bzw. Verleihstationen gibt es in Wilderness.

Groenvlei

Der „grüne Sumpf“ ist der einzige wirkliche Süßwassersee der Region. Er liegt etwas höher als die anderen Seen und kann somit nicht mehr beeinflusst werden von Ebbe und Flut. Alles Wasser fließt hinein von den ihn umliegenden Bergen und Dünen. Schauen Sie z.B. im Frühling ganz flach über das Wasser, werden Sie den grünen Grasschleier auf dem Wasser erkennen, der sanft übergeht in das Ufergras und weiter in den Dünenbewuchs. Das schöne „Lake Pleasant Hotel“ am Westende des Sees bietet z.B. eine geruhsame Unterkunft an diesem kleinen Paradies.

The beautiful Wilderness (South Africa)