Sprache Afrikaans in Südafrika

Eine große Rolle spielte Paarl bei der Etablierung der Afrikaans-Sprache. Ein führender Verfechter bei diesen Bemühungen war der aus Holland stammende Arnoldus Pannevis, der am Gymnasium der Stadt klassische Sprachen unterrichtete.

Ihm fiel in den 1870er Jahren auf, dass die eigentlich holländische (niederländische) Sprache von den meisten südafrikanischen Einwanderern holländischer Abstammung nicht mehr verstanden wurde.

Durch die geographische Isolierung hatten die Menschen hier im südlichen Afrika die Beziehung zum Hoch-Niederländisch verloren, so dass allmählich eine Sprachwandlung eintrat, die immer stärker geworden war. Denn die holländischen Dialekte der Einwanderer wurden nicht nur durch sie selbst, sondern auch durch den Einfluss immigrierter Franzosen, Deutscher und schließlich auch der einheimischen Khoi-Khoi verändert. Nach der Überzeugung Pannevis’ handelte es sich dabei nicht mehr um einen Dialekt, sondern nun bereits um eine eigenständige Sprache, das Afrikaans. Er diskutierte diese Beobachtung in Kollegenkreisen.

Am 14. August 1875 kam es zu einer historisch bedeutsamen Versammlung im Hause von Gideon Malherbe, einem Farmer, der mit der Tochter des Gymnasialdirektors verheiratet war. Man gründete bei dieser Gelegenheit das „Genootskap van Regte Afrikaners“. Dieses Datum gilt auch als das der Gründung der Afrikaans Sprache.

Innerhalb dieser Institution, die sich der Erforschung der Afrikaans-Sprache widmete, wurde die erste afrikaanse Zeitung, „Die Patriot“, am 15. Januar 1876 gedruckt, und zwar mit einer einfachen Druckpresse im Hause von Malherbe.

Damit war Afrikaans zur Schriftsprache erhoben. Wortschatz und Grammatik dieser Sprache wurden aufgelistet, aber erst 1925 wurde Afrikaans neben Englisch als Amtssprache in Südafrika akzeptiert. Heute erstreckt sich die Literatur in Afrikaans auf alle Gebiete der Kultur und Wissenschaft.

Afrikaans: Eine Tochtersprache des Niederländischen