Weingüter von Paarl

KWV

kwv-wein-kooperativeKWV = Kooperatiewe Wijnbouwers VereenigingSuider-Paarl (Main Rd sowie Kohler Street). Natürlich kommt man nicht umhin, die KWV-Kellereien zu besuchen. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die „Kooperatiewe Wijnbouwers Vereeniging“, die größte südafri-kanische Winzergenossenschaft, die bereits 1918 gegründet wurde. Die KWV produziert jährlich große Mengen an Wein und Spirituosen. Sie vermarktet ihren Wein außerhalb Südafrikas. In über 40 Länder exportiert man mittlerweile die Erzeugnisse.

Etwa 35 Millionen Liter Wein werden in den Kellereien gelagert, wobei die geräumigsten Holzfässer mehr als 200.000 Liter fassen! In den 1980er Jahren stammten 90 % des exportierten Weines von der KWV, heute „mischen“ natürlich noch viele andere Genossenschaften im Exportgeschäft mit. Trotzdem gilt die KWV als größte Winzergenossenschaft der Welt. Sie können die KWV-Kellereien in der Kohler Street besuchen.

Und natürlich kann man bei der Führung auch die Weine verkosten. Im KWV-Anwesen „Laborie“ (s.u.) am Fuße des Paarl Mountain kann man die Weine gemeinsam mit einem guten Essen genießen. International herausragende Weine (auch Portweine) der Genossenschaft: Noble Late Harvest, Hanepoot Jerepigo, Red Muscadel (Jerepigo), Full Tawny Port, Limited Release Port und Vintage Port

Fairview

Suider-Paarl, 2 km abseits der Verbindungsstraße zw. R101 und R44 (nahe N1). Fairview ist eines der meistbesuchten Weingüter der Region. Das liegt aber weniger an dem guten Wein, sondern daran, dass es sich um ein typisches Familiengut handelt und dass hier auch Käse hergestellt wird, vornehmlich aus Ziegen- und Schafsmilch. Ein spiralenförmiger „Ziegenturm“ am Gutseingang weist bereits darauf hin. Obwohl die Farmgröße mit 140 ha angegeben wird, gilt Fairview als kleines Weingut, denn ein großer Teil der Fläche wird anderweitig genutzt. International herausragende Weine des Gutes: Merlot Reserve, Shiraz (reserve), Gamay Noir, Dry Rose, Charles Gerard Reserve und Chardonnay.

Laborie

Suider-Paarl (Taillefert St., nahe Main Rd). Gehört zur o.g. KWV. Das historische Manor House, der Rosengarten und die großen Eichen auf dem Anwesen machen dieses Weingut zu einem Klassiker. Hier werden die einzigen Weine der KWV hergestellt, die es auch in Südafrika zu kaufen gibt. Sehr ansprechend sind der Probierraum und das angeschlossene Restaurant im Manor House. Reservierungen zum Essen werden empfohlen. 44 ha Weinanbaufläche, Jahresproduktion: 28.000 Kisten. International herausragende Weine des Gutes: Chardonnay und Pinot de Laborie.

Nederburg

7 km nordöstl. von Paarl an der Straße nach Wellington. Nederburg ist ein weiteres, über die Landesgrenzen hinweg berühmtes Weingut. Es liegt idyllisch innerhalb von Weingärten, und das Nederburger Herrenhaus, in dem man an Weinproben teilnehmen kann, ist ein gepflegtes Beispiel kapholländischer Baukunst. Die Anfänge des Weingutes Nederburg reichen in das Jahr 1792 zurück. Philip Wolvaart, ein deutscher Einwanderer, erwarb Farmgelände, das sich insbesondere für den Weinanbau eignete. Er gab seinem Besitz den Namen „Nederburgh“, nach dem Chef-Advokaten der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie. Das Herrenhaus wurde 1800 errichtet.

Viele Generationen blieben dem Weinbau treu, erweiterten die Flächen und experimentierten mit neuen Rebsorten. Schließlich erwarb Johann Georg Graue aus Bremen 1937 die Farm und baute das Haus Nederburg zu seinem heutigen Ruf aus. Er nutzte die Naturgegebenheiten optimal, widmete sich dem Anbau insbesondere von Cabernet Sauvignon- und Riesling-Trauben und verbesserte die Kellereitechniken. Graue war ein Mensch der Tat, und was er anpackte, gelang ihm. Seine Weine wurden auch auf internationalen Prämierungen gelobt. 1953 traf die Familie ein harter Schicksalsschlag: Sein Sohn und Nachfolger Arnold Graue kam im Alter von 29 Jahren bei einem Flugzeugunglück bei Kapstadt ums Leben. Zunächst wollte der Vater aufgeben, denn alles erinnerte ihn an seinen Sohn.

Schließlich ging 1955 Werner Thielscher, der Assistent von Graue war, auf eine Geschäftsreise nach Deutschland, und hier traf er auf Günter Brözel, den er zur Übernahme neuer Aufgaben in Südafrika überreden konnte. Brözel begann seine Arbeit 1956. Im gleichen Jahr verkaufte Graue 50 % seiner Aktien an Monis, einen Produzenten von Sherrys und Dessertweinen. Während Dr. Costa v. Monis die Firmenleitung übernahm, wurde Brözel technischer Direktor.

1959 verstarb Graue. In den Folgejahren verbesserte Brözel ständig die Angebotspalette, und Ende 1978 wurden auf Nederburg 23 Weine hergestellt, die die höchste Qualitätsstufe erreichten. Kein Wunder, dass das Weingut Nederburg heute alljährlich die Szene für eine große südafrikanische Weinauktion abgibt. Mittlerweile hat auch Brözel das Zepter abgegeben, und zwar an Newald Marais, der u.a. am Geisenheim Institute gelernt hat. 650 ha Weinanbaufläche, Jahresproduktion: 660.000 Kisten! International herausragende Weine des Gutes: Nederburg Cabernet Sauvignon, Nederburg Paarl Riesling und Nederburg Kap-Sekt, Brut

Fairview Wine & Cheese Farm in Paarl