Geschichte der Waterfront in Kapstadt

old-waterfront-cape-townDie alte Waterfront lange bevor es ein touristisches Zentrum wurde.
Foto courtesy of  Etienne du Plessis
Zur Geschichte des Hafens und der Waterfront: Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts reichte die Wasserlinie bis zur Old Castle und zu dem Punkt, wo heute Adderley und Darling Street aufeinandertreffen. Der Hafen war klein, Prostitution und Verbrechen waren zu dieser Zeit an der Tagesordnung. 

Daher lagen die Schiffe oft auf Reede. Dort aber fielen viele von ihnen den berüchtigten Stürmen am Kap zum Opfer. Das geschah so häufig, dass selbst die für ihre Risikobereitschaft so bekannte Lloyds-Versicherung 1860 keine Policen für die Schiffe am Kap ausgab. Noch im selben Jahr vollzog Prince Alfred, der englische Thronfolger und zweiter Sohn Queen Victorias, den ersten Spatenstich für die Anlage eines, durch einen Schutzwall („Breakwater“) gesicherten, Hafens.

old-penny-ferry-waterfront-2101869 waren dann das Victoria- und das kleinere Alfred-Becken fertig. Bis Mitte der 1930er-Jahre wurden hier die meisten Güter Kapstadts umgeschlagen, dann genügten die Becken den Anforderungen nicht mehr, und östlich davon baute man die größeren Duncan- und Ben Schoeman-Docks.

Mit deren Fertigstellung verloren die alten Becken rapide an Bedeutung, und seit der Zeit der großen Tanker und Containerschiffe, ab den 1960er Jahren, verkamen sie regelrecht.
 
waterfront-harbour-cafe-sixtiesDas bekannte "Waterfront Harbour Cafe" in den SechsigernErst Mitte der 1980er Jahre entschlossen sich Stadtverwaltung und private Investoren, die Victoria- und Alfred-Becken wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die ersten Pläne sahen noch bescheiden aus: Man siedelte den Seenot-Rettungsdienst (NSRI) an (der heute zu besichtigen ist), verlegte die Fischereiflotte komplett hierher, ließ die Schlepper im Alfred-Becken auf ihre Aufträge warten und unterstützte zwei kleine Werften, die sich vornehmlich auf Reparaturaufträge sowie den Bau von Yachten spezialisiert hatten. Ein wenig später kamen dann die Museen, so das Maritime Museum und das Two Ocean Aquarium, hinzu. Wichtig war den Investoren, dass die alten Gebäude restauriert wurden und damit erhalten blieben. Somit hat auch heute vor allem der Kernbereich des gesamten Areals den meisten Charakter.

Die Tatsache, dass dieser Bereich schon bald aus allen Nähten platzte, führte ab Mitte der 1990er Jahre dazu, immer weiter in die Peripherie zu bauen. Letzte große Projekte sind hierbei das 1,8 Milliarden Rand teure Grand West Casino, der Kanal hin zur Innenstadt, das New Basin und das Apartmenthaus-Projekt im Nordwesten. Jetzt folgt die Umgestaltung im Bereich Foreshore. Nun bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Anlagen nicht dem historischen Kern die Show stehlen.

waterfront alfred basin um 1965Waterfront Alfred Basin um 1965 herum