sa flag 80x80Ob Büffel, Springböcke, Elefanten, Löwen oder Zebras – unter den geschickten Händen des südafrikanischen Künstlers Melvin Makeba erwachen die wilden Tiere zum Leben. Dabei sind sie so lammfromm, dass man sie getrost an die Wand hängen kann. Dass seine Geschöpfe aus Papier und Draht einmal chice Boutiquen und Häuser in Kapstadt und Europa schmücken würden, hätte sich der Südafrikaner Melvin Makeba noch vor einigen Jahren niemals vorstellen können. Makeba, der in einem ländlichen Gebiet in der Nähe von Matatiele am Ostkap geboren wurde, wuchs quasi auf der Straße auf und begann schon mit 13 Jahren, für sich allein zu sorgen.

melvin-makeba-kuenstlerZeichnen und handwerkliches Arbeiten waren dabei seine große Leidenschaft und als ihn eines Tages jemand bat, einen Schmetterling aus Draht zu basteln, erwachte Melvins künstlerisches Talent vollends: Er begann, Tiere wie Büffel oder Löwen nach seiner Phantasie aus Draht nachzubilden und mit Papier und Kleister auszuformen.

Nach und nach wagte er sich auch an komplexere Figuren wie Springböcke oder Oryx-Antilopen. Heute fertigt der Autodidakt Tiere in allen Größen und Arten und haucht ihnen mittels einer Lichtquelle  auf Wunsch auch von Innen Leben ein. Bis zu 10 Arbeitsstunden benötigt Melvin dabei für eine größere Skulptur.

Die ausdrucksstarken Tierköpfe, wie hier ein prächtiger Büffel, sehen besonders imposant aus, wenn sie von innen beleuchtet werdenJetzt, 10 Jahre nach seinen ersten Entwürfen, kann der quirlige Südafrikaner dank der Fußball-WM, die ihm eine Flut von Aufträgen bescherte, von seiner Kunst ganz gut leben. Sogar ein kleines Haus mit Werkstatt konnte er sich vom bisherigen Erlös bauen, aber über ein Ladengeschäft im klassischen Sinn verfügt Melvin nicht: Seine „wilden Schönheiten“ verkauft der Künstler meist über Mundpropaganda und Samstags auf dem Gelände der „Old Biscuit Mill“.

Dort wo sich am Wochenende halb Kapstadt auf dem Farmers Market und  zum Stöbern in den trendigen Galerien, Boutiquen und Restaurants trifft. Schauen Sie dort unbedingt einmal vorbei und besuchen Sie den Stand von Melvin Makeba – es lohnt sich!

Artikel: Tanja Freyer
Fotos: Thomas Goldschmidt