Richtersveld National Park

richtersveld-national-parkRichtersveld National ParkDer 1.625 qkm große Richtersveld National Park, eine typische Bergwüstenlandschaft, nördlich begrenzt durch den Oranje River, wurde erst 1991 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zuerst benötigte man umständliche Permits und konnte teilweise sogar nur per Flugzeug hier anreisen. Das ändert sich nur sehr langsam.

Da sich der Park also noch im Umbruch befindet, ist es unbedingt ratsam, dass Sie sich vor Ihrer Anreise über den aktuellen Stand der Dinge erkundigen. Anmelden für einen Besuch müssen Sie sich aber allemal (am besten schon von Deutschland aus), denn die Besucherzahl ist streng limitiert! Die Unterkünfte bestehen nur aus einfachen Campsites.

Das Gebiet des heutigen Nationalparks hatte große Bedeutung für einen Teil der Namas. Zuerst siedelten sie sich aufgrund der zunehmenden Aridität hier, südlich des Oranje River, an, und später zogen sie weiter ins jetzige Namaqualand. Daher gehört das Parkgelände auch jetzt den Namas. Es gab aber auch eine Zeit, wo Prospektoren in die Region eindrangen, um Kupfer und Diamanten abzubauen. Der Name stammt übrigens von einem Pater der Rheinischen Missionsstation, Rev. W. Richter.

Die Vegetation im Park ist bestimmt durch das aride Klima. Köcherbäume sowie unzählige, z.T. sehr seltene Sukkulenten wachsen hier. Es wird behauptet, dass es keinen Platz auf der Welt gäbe, wo die Vielfalt an Sukkulenten so groß ist. Besonders beliebt ist die Suche nach den Steinpflanzen.

Die Tierwelt musste sich diesen schwierigen Naturbedingungen anpassen. Es gibt an die 200 Vogelarten. Oft kommen Küstenvögel auf „Stippvisite“ hierher. Zudem werden verschiedene Böcke, Hartmann Mountain Zebras und Baboons gesichtet, wobei deren Zahl wegen des Nahrungs- und Wassermangels sehr begrenzt ist. Reptilien und 26 Schlangenarten sowie einige Süßwasserfische runden das Bild der Fauna schließlich ab.

Um den Park zu erkunden, können Sie verschiedene Allradpisten nutzen, an denen es einige wenige Campingplätze (sehr einfach) gibt. Zudem ist damit begonnen worden, Wanderwege einzurichten.

Grundsätzlich lässt sich also sagen: Wer Einsamkeit, Trockenheit und Natur liebt, ist hier absolut richtig. Das Erreichen sowie die Erkundung des Parks erfordern aber einigen Aufwand, Entbehrungen und eine gründliche und rechtzeitige Planung - Reservierung inbegriffen!

Ein grenzübergreifender Nationalpark, wie bereits um den Krüger NP und dem ehem. Kalahari Gemsbok NP entstanden, ist nun auch im Ai-Ais (Fish-River Canyon)-Richtersveld-Gebiet in Planung. Der neue Park wird zu 69 % in Namibia und zu 31 % in Südafrika liegen und den Fish River Canyon sowie die heißen Quellen von Ai Ais mit einschließen. Auf über 6.200 km² soll ein Ökosystem geschützt werden, in dem 56 Säugetierarten und 194 Vogelarten leben.

Richtersveld Nat. Park: Infos erteilt die Nationalparkbehörde in Tshwane (ehem. Pretoria) bzw. Kapstadt. Hier müssen Sie sich auch anmelden für den Besuch des Parks, denn nur eine begrenzte Anzahl Besucher wird zugelassen. Das Headoffice im Park selbst ist nur bedingt besetzt: Tel.: (027) 831-1506.

Kanutouren auf dem Oranje River

Die Kanutouren, die zwischen einem und sechs Tagen dauern können, werden im Voraus geplant. Noch gibt es keine „spontanen“ Kurztrips vor Ort. Erkundigen Sie sich also rechtzeitig und vorher in Kapstadt, z.B. im Touristenamt oder aber bei einem Outdoorausrüster.

Richtersveld National Park - South Africa