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Kapstadt Banner und Panorama mit Tafelberg

Willowmore in der Karoo

Alternativroute: Von Willowmore entlang der R332 durch die Baviaanskloof Wilderness Area zur Küste bei Port Elizabeth.

willowmore churchDutch Reformed Church, Willowmore - Tekwan, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia CommonsDie kleine Stadt, einsam gelegen zwischen Uniondale, Graaff-Reinet sowie der Zufahrt zum u.g. Baviaanskloof, bietet sich für einen Übernachtungsstopp an, denn die Strecke von hier bis nach Patensie ist mühsam und lang. Willowmore ist vorwiegend landwirtschaftliches Kleinzentrum (Wolle, Mohair, Saatgutzucht und Luzerne), versprüht dabei aber einen angenehmen, südafrikanischen Karoo-Dorp-Charakter mit touristischer Infrastruktur.

Beachtenswert sind hier, in Steytlerville und am Westende der Zufahrt zum Baviaanskloof die kleinen Craftshops, Läden mit lokalem Kunsthandwerk (auch ein Mohair-Gesschäft) sowie ein paar Lokale zum Einkehren.

Snack, Shop & Sleep

Ein willkommener Stopp ist Sophie’s Choice an der N9, 19 km südwestlich von Willowmore. Neben Snacks und Kuchen werden hier in plüschiger Atmosphäre auch Antiquitäten und Schnickschnack verkauft. Eine heimelige Unterkunft bietet die angeschlossene Farmvilla Keurfontein (www.keurfontein.co.za).

Willowmore, South Africa

Baviaanskloof Wilderness Area

Unbedingt vorher Infos einholen in Willowmore, Uniondale oder auf der anderen Seite in Patensie bzw. Humansdorp. Und dort auch nach einer Karte fragen! Die beste ist Baviaanskloof von Slingsby Maps (S. 107).

Die Piste ist im östlichen Abschnitt meist einspurig (Ausweichmöglichkeiten), geht dort über zwei steile Pässe mit Abhängen. Treibstoff ist kaum zu bekommen, und wenn dann nur in Studtis/Sandvlakte. Auch das letzte Geschäft befindet sich dort (am Wochenende geschl.). Am besten in Willowmore oder Uniondale volltanken und genug zu trinken sowie Proviant für ein Picknick mitnehmen. Die beworbenen kleinen Restaurants im Westteil sind nicht immer geöffnet.

Die Piste ist ab dem westlichen Parkeingang (24 km östl. von Studtis) in Richtung Osten i. d. R. in einem für normale Pkw nicht befahrbaren Zustand (Wasserdurchfahrten, Bodenfreiheit): vorher erkundigen – und im Park heißt es „4x4 only“! Nach Regenfällen ist es unmöglich, die Strecke zu befahren, selbst mit einem Geländewagen wird es dann schwierig.

baviaanskloof mountainsBaviaanskloof - Frans Koekemoer, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Für die Strecke Willowmore - Port Elizabeth benötigt man mindestens 7 Std. reine Fahrzeit! Alleine von Willowmore nach Hankey sind es 200 km, bis Port Elizabeth fast 300 km, davon 175 km Piste. Besser mit 8–9 Std. rechnen. Wer nicht schwindelfrei ist bzw. sich mit seinem Fahrzeug nicht sicher fühlt, der sollte bis Sandvlakte fahren und dort umkehren. Die Flussläufe sind bei Normal- bzw. Niedrigwasser passierbar und alle auch unter Wasser mit Beton befestigt.

kouga river baviaanskloofKouga River Baviaanskloof - Graeme Pienaar, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia CommonsFür die Benutzung der Zeltplätze und Wanderwege im Park ist ein Permit nötig: erhältlich bei der Parkverwaltung am Komdomo Caravan Park im östlichen Parkabschnitt bzw. telefonisch/via Internet bei Eastern Cape Parks (s. u.). Von
Westen kommend fragt man in Willowmore bzw. Uniondale nach. Für Unterkünfte bzw. das Campen auf den Farmen/in den Lodges (im Westteil bis zum Parkeingang hinter Sandvlakte, bzw. östl. des Gate nahe u. g. Baviaanskloof Lodge) ist kein Permit erforderlich. Doch gilt: Rechtzeitig vorbuchen!

Die Baviaanskloof Wilderness Area bietet sich hervorragend zum Wandern an. Festes Schuhwerk, genügend Proviant und Trinkwasser sowie eine Portion Wandererfahrung sind erforderlich, um sich hier zu bewegen. Die schönsten Tageswanderungen im Baviaanskloof beginnen bei Bergplaas, Rooihoek oder Geelhoutbos. Go Baviaans bietet neben Unterkünften den Cedar Falls Trail (4–6 Std. plus Zeit für Lunch und Baden) sowie den anstrengenderen Leopard Trail (2–4 Tage, ein Tipp für naturverbundene Wanderer) an. Start ist am Cedar Falls Base Camp, etwa 50 km südöstlich von Willowmore, www.gobaviaans.co.za.

Streckenführung

3 km südlich von Willowmore von der N 9 abzweigen auf die Schotterpiste R 332 in Richtung Baviaanskloof. Von hier nun immer der Ausschilderung in Richtung Humansdorp und/oder Patensie folgen. Die Straßennummer ist später nicht mehr angeschrieben. Östlich von Sandvlakte wird es mühsam und langsam (Durchschnittsgeschwindigkeit: 20 km/h). Ab kurz vor Patensie ist die Straße wieder asphaltiert. Zwischen Sandvlakte und Cambria durchquert man die eigentliche Wilderness Area: Bei der Ein- bzw. Ausfahrt registriert man sich bei den Parkrangern.

Was gibt es zu sehen (von Westen kommend)?

baviaanskloof transportBaviaanskloof Transport - Seaside Susie, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia CommonsSechs der sieben Biome Südafrikas finden sich im Baviaanskloof: Fynbos, Nama-Karoo, Thicket (Dickicht), Grassland, Savanne und Wald. Die ersten 25 km sind wenig spektakulär und führen auf die schöne Nuwekloof (Schlucht) zu, durch die sich die Straße windet. In sie hat der Baviaanskloof River sein Bett geschnitten, um weiter östlich eine Tallandschaft zu schaffen, die im Norden von den Baviaanskloof- und im Süden von den Kouga-Bergen begrenzt ist. Einige Farmen leben von extensiver Weidewirtschaft, Gemüse-, vereinzelt Obst- und Olivenanbau. Zahlreiche Farmen werben mit Unterkünften bzw. kleinen Attraktionen (Höhlen, 4x4-Strecken). Doch oft ist niemand zu Hause. Beachtenswert ist der kleine Baviaans Craft Shop, ca. 8 km östlich der Ausfahrt aus dem Nuwekloof. Die Landschaft ist beeindruckend, denn immer wieder ändert sich die Geomorphologie. Verkantete, gekippte und „verbogene“ Bergformationen, rötliche und gelbe Sandsteinriesen, trockene Halbwüstentäler sowie grüne Flussauen lösen sich laufend ab. Alles war einst von einem großen Meer überdeckt. Rechts und links tauchen zwischen den Hängen in nahezu gleichen Abständen Kloofs (Schluchten) auf.

Ab 24 km östlich von Studtis führt die schmale, oft steile Piste durch die unbewohnte Baviaanskloof Wilderness Area, die ihren Namen mit Recht trägt und als Teil der Cape Floral Region 2004 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde. Nur wenige Reisende fahren hier durch, immer wieder tauchen Tiere auf, u.a. Dyker, Böcke, Paviane und Dassies. Die angekündigten (ca. 12) Nashörner und die Bergleoparden erspäht man hingegen selten. Die Aussichten von den Passhöhen sind phänomenal. An einem Abschnitt geht es über eine mit saftigem Gras bedeckte Hochebene („Bergplaas“). Hier stehen die Chancen gut, größere Tiere zu sehen. Auf diesem östlichen, 100 km langen Streckenabschnitt erscheint jegliche Zivilisation in weiter Ferne. Geduld ist gefragt, denn die Piste erlaubt meist nur Schneckentempo. Wer noch genügend Zeit hat, sollte eine Wanderung zum Kouga River am Picknickplatz Smitswinkel bzw. ein Stück weiter zum Stausee bei Rooihoek unternehmen.

Erst nach mehreren Stunden erreicht man wieder bewohntes Gebiet, die Vorboten von Patensie im Gamtoos Valley. Die Talböden dort sind fruchtbar und das Küstenklima warm-feucht. Zitrusfrüchte und Gemüse gedeihen prächtig. Geplant ist, auch dieses Tal in naher Zukunft dem Park zuzuteilen. 3 km westlich von Kodomo lohnt der 7 km weite Abstecher zur eindrucksvollen Staumauer des Kouga Dam (Picknickplatz). Patensie ist ein reiner Versorgungsort. Alles in allem ist die Tour durch den Baviaanskloof zwar mühevoll, aber mit Sicherheit ein besonderes Highlight.

Baviaanskloof South, Cape Road Trip

Reisepraktische Informationen Baviaanskloof WA, Willowmore

Tourist-Information

Municipality Tourism Bureau/Baviannskloof Tourist Info, Tel. (044) 923-1702 (Willowmore), Tel. (049) 835-0484 (Steytlerville), www.baviaans.co.za. Infos, Karten zur gesamten Region und Links zu Unterkünften. Auch die Touristenbüros in Uniondale, Patensie und Humansdorp informieren über die gesamte Region. Unbedingt nach dem Zustand der Piste fragen und Unterkünfte vorher buchen! Für Unterkünfte und Permits im Park ist Eastern Cape Parks zuständig. Buchungsstation: Komdomo Camp an der Ostseite des Parks, Tel. (082) 452-5078, www.visiteasterncape.co.za. Eine empfehlenswerte Karte ist Slingsby’s Baviaanskloof Map (www.slingsbymaps.com).

Unterkünfte/Essen und Trinken

In Willowmore: Die beste Unterkunft ist The Old Jail B&B $$$, Blignaut St., Tel. (076) 792-0622. Vier Zimmer (B&B) sowie ein Selbstversorger-Haus im alten Gefängniskomplex. Coronabedingt vorübergehend geschlossen, bitte aktuell informieren.

Uriger und schlichter ist The Willow Historical Guest House $$–$$$, 70 Wehmeyer St., Tel. (044) 923-1574 bzw. (076) 083-6357. Hier wohnt man in liebevoll restaurierten Karoo-Cottages. Mahlzeiten werden im Haupthaus serviert.

Der Willowmore Caravan Park erfüllt mit ein paar schattigen und mit Gras bestandenen Plätzen durchaus seinen Zweck: Tel. (044) 923--1116. Leckere Snacks gibt es innerorts entlang der Knysna Street, so z. B. im Belly Deli und in Lou’s Place.

Unterkünfte entlang der Zufahrten zum Park (Essen immer vorher anmelden!): Die Empfehlung für Nichtcamper ist östlich des Parks das Tia Ghee Tent Camp $$,  9 km vor Patensie: Gut ausgestattete Safari-Zelte. Gut geeignet als Startpunkt von Wanderungen. Zudem geführte Wanderungen: Tel. (042) 283-0739 od. (072) 377-2525. Eine Alternative nahe dem Ost-Eingang ist die Baviaanskloof Lodge $$, wo man bei Obstfarmern wohnt (Tel. 083-378-5407). Westlich des Parkgates, im Tal zwischen Nuwekloof und Sandvlakte empfehlen sich die Selbstversorger-Unterkünfte Duiwekloof Lodge $$ (Tel. 083-282-5482, Frühstück und Dinner auf Bestellung, auch Camping) und Makkedaat Cave $–$$ (Tel. 044-934-1012, 044-9231-921 bzw. 082-215-5175, geschlafen wird unter einem ausgebauten Höhlen-Überhang, auch Camping, nette Wanderrouten). Luxuriös und romantisch gelegen sind die modernen Gebäude auf der Olivenfarm Kamerkloof $$$ in Studtis (Tel. 087-700-4466 bzw. 083-602-1253, Selbstversorger, nach Anmeldung auch mit Essen). Auf einem Hügel mit Ausblick auf die Berge bieten die weit auseinanderliegenden Chalets der Sederkloof Lodge Erholung vom Feinsten ($$$$$ für Vollpension, 78 km südöstl. von Willowmore,w 087-700-4330, geführte Wanderungen). Einfach, aber ausreichend sind die Baviaanskloof Guest Cottages $$ (Tel. 044-874-3450 bzw. 087-700-3551, drei Selbstversorger-Cottages für 3–11 Personen).

Unterkünfte im Park

Schön gelegene Campingplätze sind Rooihoek und Doodsklip (nahe Stausee). Selbstversorgerhütten: Hier eignen sich die in Geelhoutbos am besten, denn von hier beginnt eine schöne, eintägige Wanderung. Toll gelegen sind auch Bruintjieskraal Campsite & Glencoe Cottages $$ (35 km westl. von Patensie, Tel. 084-515-0993, www.bruintjieskraal.co.za, neun schattige Plätze), die parkeigene Komdomo Campsite (27 km westl. von Patensie, Tel. 042-283-7912 od. 043-492-0881, www.visiteasterncape.co.za) sowie das nordöstlich gelegene Kudu Kaya Camp (Tel. 087-700-8195, 060-424-4720, www.kudukaya.co.za, 17 schattige Campingplätze). Die drei letzteren liegen nahe dem Groot River (Badestelle), sind aber oft von Gruppen ausgebucht; hier kann es auch laut werden.

Essen und Trinken

Restaurantempfehlungen im Park lassen sich schwer nennen: Einige Farmen und kleine Roadside-Cafés bieten Mahlzeiten entlang des Weges an, sind aber nicht immer geöffnet. In den Unterkünften muss eine volle Mahlzeit meist im Voraus angemeldet werden – falls sie überhaupt angeboten wird. Vorher in einem der o. g. Touristenbüros erkundigen und grundsätzlich genügend Essen und Trinken mitnehmen.

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