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Landschaft im Hinterland der Westküste von Kapstadt | Südafrika

Buschmänner in Südafrika

buschmannEin Buschmann in der Kalahari

Die San, auch Khoi-San genannt, repräsentieren eine kleine Volksgruppe, die einmal große Teile des südlichen Afrika bewohnte.

Vor über 20.000 Jahren

Die ersten weißen Siedler trafen auf die Jäger am südwestlichen Kap und nannten sie Bosjesmannen („Buschmänner“). Aufgrund ihrer relativ hellen Haut und der Augenfalten nahm man zuerst an, sie seien ursprünglich aus Asien eingewandert. Doch Studien lassen darauf schließen, dass sie tatsächlich aus Ost- und Südafrika stammen und schon vor über 20.000 Jahren hier lebten.

San und Khoi

Die San sind verwandt mit den Bantu-Völkern Afrikas, am engsten jedoch mit den Khoi (oder Khoikhoi), die zur Kolonialzeit abwertend als „Hottentotten“ bezeichnet wurden. Sowohl San als auch Khoi sprechen eine Sprache mit vielen Klick-Lauten. Man glaubt, San und Khoi haben dieselben Vorfahren, nur dass die Khoi vor etwa 2.000 Jahren zu Hirten, später auch zu Fischern wurden. Mit der Zeit entwickelten San und Khoi erhebliche Unterschiede in der Kultur. Obwohl alle San Jäger waren, haben auch sie nicht alle die gleiche Kultur. Heute gibt es fünf unterschiedliche San-Sprachen, sodass viele untereinander nur in Afrikaans kommunizieren können.

Verfolgt und ermordet

Da die San immer an abgeschiedenen Orten lebten, war lange nur sehr wenig über ihre Art zu leben und zu überleben bekannt. In der ersten Hälfte des 20.Jh. war die gesamte Ethnie nahezu ausgelöscht, denn ihre Lebensweise passte nicht zu jener der vordringenden Bantu-Völker um die Drakensberge, sodass sie dort, besonders von den Zulu und Xhosa bekriegt, vertrieben und viele auch getötet wurden. Später dann, weiter gen Karoo und Kalahari, passte ihre Lebensweise nicht in das Konzept der immer mehr Land fordernden weißen Siedler. Im 18. und 19. Jh. durften sie zeitweise einfach verfolgt und ermordet werden - ganz „legal“. Es wurden sogar Belohnungen für jeden toten San vergeben (als Beweis galt ein abgeschnittenes Ohr). Ein Problem war, dass die San, anstatt wilde Tiere zu jagen, manchmal einfach das Vieh der Siedler schlachteten. Für sie war das kein Diebstahl, denn in ihrer Sichtweise gehören alle Lebewesen auf der Erde allen Menschen. Die San töteten nur so viele Tiere, wie sie selbst essen konnten.

Heute ca. 50.000 San

Aufkeimendes Interesse an ihrer Kultur hat letztendlich - sozusagen in letzter Minute - dazu geführt, dass ihr Volk als eigenständiger Kulturkreis anerkannt wurde, als letzter aller Volksgruppen in Afrika. Heute leben knapp 50.000 San hauptsächlich in der Kalahari. Die meisten leben in Botswana (ca. 25.000) und Namibia (ca. 15.000), weitere in Angola (ca. 4.000). Kleine Gruppen findet man auch in Sambia, Simbabwe und Südafrika.

Jäger und Sammler

Als Jäger und Sammler sind die San eines der wenigen heute noch existierenden Beispiele dafür, wie Menschen die längste Zeit gelebt haben: jagend und sammelnd, aber eben nur für den Eigenbedarf und ohne richtige Vorratswirtschaft. Da die San nicht mehr in isolierten Landstrichen leben können und nur noch wenige (<5 %) immer noch traditionell jagen, verlieren sie allerdings ihre überlieferte Kultur.

Buschmänner in der Kalahari

Erst 1931 wurde ein kleiner Teil der Kalahari zum Nationalpark erklärt, dem Kalahari Gemsbock National Park. Hier durften die Buschmänner leben und auch jagen für den Eigenbedarf. Im Grunde eine gute Idee. Doch die zu jagenden Tiere hielten sich nicht an die Grenzen des Nationalparks und liefen oft auf das angrenzende Farm- und Weideland. Die Buschmänner folgten ihnen und entdeckten so einen viel einfacheren Weg, Tiere zu fangen, nämlich auch die der Farmer.

Aufgrund der daraus resultierenden Beschwerden der weißen Farmer mussten die Buschmänner das Gebiet verlassen. Man teilte sie in drei Gruppen ein. Einige sollten für Farmer als Spurensucher arbeiten, andere erhielten dieselbe Aufgabe beim Militär. Die meisten Buschmänner aber mussten von nun an in festen Siedlungen im südlichen Teil der Kalahari leben. Folgen dieses Eingreifens in ihre Lebensweise waren, wie schon bei den Aborigines in Australien, Prostitution, Alkohol- und Drogenprobleme sowie der Verlust ihrer Traditionen und Kultur und damit ihrer Identität.

Einige Farmer stellten den Buschmännern später Land zur Verfügung, damit sie wieder ihrer traditionellen Lebensweise nachgehen können. In Kagga Kamma hat man den Buschmännern ermöglicht, viele ihrer Traditionen zu bewahren, aber auch schulisch ausgebildet und medizinisch versorgt zu werden.

Informationen

  • Algeria Foreststation: Direkt ca. 18 km von der N7. Private Bag XI, Citrusdal 7340, Tel.: (027) 482-2812, Fax: (027) 482-2406. Geöffnet: Mo–Fr 8–16h30. Angeschlossen ist ein Campingplatz, und einfache Hütten („Algeria Wilderness Cottages“) können hier auch gebucht werden.
Bushmen | African Tribes

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