sa flag 80x80 Sie haben gepackt. Kamera, Sandalen, Sonnenöl ... alles da. Aber haben Sie auch daran gedacht, einiges zu Hause zu lassen? Etwa Gewohnheiten, die in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz gang und gäbe sind, auf Reisen nach Südafrika oder Namibia Ihre Gastgeber aber beleidigen können? - Damit Sie im Urlaub nicht ins Fettnäpfchen treten, hier ein paar Ratschläge als "Ferienknigge".

Nr.1
fettnaepfchen-suedafrikaist nicht nur eine Frage der Höflichkeit: Fahren Sie um Gotteswillen mit Ihrem Auto auf der linken Straßenseite, überholen Sie rechts! Vor allem die großen dicken Lastwagen würden Ihnen alles andere übel nehmen. Als Fußgänger werden Sie sich wohl kaum jemals daran gewöhnen, dass beim Überqueren der Straße alle Autos "von der falschen Seite" kommen. Also: Besondere Vorsicht beim Verkehr in Südafrika!

Nr. 2
lautet: Wenn Ihnen und Ihrer Frau nach einer privaten Einladung von der Hausfrau der Kaffee angeboten wird, dann bedeutet das nur eines: Jetzt aber schnell "Gut Nacht" sagen und nach Hause! Sind Sie allerdings ohne Ihre Frau eingeladen und die Hausfrau bietet Ihnen ein Glas Champagner an, können Sie ruhig noch etwas bleiben.

Nr. 3
heißt: Das am deutschen Strand so beliebte "Sandburgen-Bauen" findet hier keinen Beifall. Buddeln Sie also nicht zu tief mit Ihrem Schüppchen!

Nr. 4
meint: Wenn Sie ein Restaurant betreten, so warten Sie doch bitte im Eingangsbereich, bis Ihnen von der Kellnerin ein Tisch zugewiesen wird. Man setzt sich nicht einfach so hin! Und: Üblich ist, dass man als zufriedener Kunde etwa 10% des Rechnungsbetrags als Trinkgeld gibt. Und wenn Ihnen die Kellnerin ein Bett anbietet: Man legt sich nicht einfach so hin, warten Sie im Eingangsbereich! Formalitäten beim Restaurantbesuch in Südafrika.

Nr. 5
lautet: Sie dürfen ruhig Ihre Kartoffeln mit dem Messer schneiden - aber den Suppenteller sollten Sie nicht anheben, um ihn auszulöffeln.

Nr. 6
meint Ihre Sprache: Reden Sie nicht zu laut im Tonfall - der Teil "gentle" im Wort "gentleman" bedeutet "sanft". - Falls Sie aber nicht vom Storch, sondern vom Flamingo gebracht worden sind, fällt es ja nicht so schwer.

Nr. 7
sollte Ihnen ein wenig Zurückhaltung auferlegen, vor allem beim Thema 'Apartheid' & 'Black & White'. Der Südafrikaner ist da vielleicht empfindsamer als Sie.

Nr. 8
meint: Die amtliche bzw. geschäftliche Stellung der Männer überträgt sich nur kaum ins Privatleben, wo es auch kaum Titel oder eine "Sie-Anrede" gibt - wohl aber sehr feine Töne der Unterscheidung. Zu frühe, plumpe Kameradie ist fehl am Platz, auch wenn sich Ihnen auf einer Party der Farmer, der Universitätsprofessor oder der Staatsminister mit seinem Vornamen bekannt macht und Ihnen freundlich zuhört.

Nr. 9
möchte Ihnen nahe legen, geduldig zu sein: auch beim Schlangestehen beim Amt oder an der Ladenkasse bitte niemals drängeln.

Nr. 10
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Laden die gewünschte Ware nicht vorfinden und die Verkäuferin Sie zur Konkurrenz schickt. Das ist ehrlich gemeint und wird von der Konkurrenz genauso gehandhabt.

Nr. 11
Die Südafrikaner sind oft keine Fußball-, sondern meist Rugby- und Cricket-Fans. Sparen Sie sich alle kritischen Kommentare zu diesen Sportarten, auch wenn sie Ihnen noch so komisch vorkommen sollten.

Nr. 12
Die wichtigste Lebensregel hier lautet: 10 Stück sind schon ein volles Dutzend! Nach deutschem Perfektionismus dürfen Sie in Afrika nicht suchen.

Nr. 13
Kein Mensch interessiert sich für Ihren Jetlag oder Ihre Gebrechen. Auf die Floskel "How are you?" erzählt man keine Lebensgeschichte, sondern antwortet mit "great" (großartig) oder "fine" (bestens).

Nr. 14
Afrika leidet immer wieder an verheerenden Wald- und Steppenbränden. Vor allem Zigaretten-Raucher sollten höchst vorsichtig sein.

Nr. 15
Autofahrer wissen, dass farbige Taxifahrer meinen, stets auf dem Auto-Scooter einer Kirmes zu sein.

Nr. 16
Rechnen Sie auf einer Behörde damit, dass Ihnen der Schalterbeamte so gegen elf Uhr ganz plötzlich die "Klappe" vor der Nase schließt: "tea time"!

Nr. 17
Die Sonne hier brennt ungemein!

Nr. 18
In Südafrika gibt es den "Bring & Braai" -da wird man zu einer Grillparty eingeladen ... und darf sein eigenes Fleisch für den Grill (den Braai), vielleicht auch den Salat oder das Bier, selbst mitbringen!

Nr. 19
Viele melden sich nur mit "Hallo" am Telefon, selten mit Namen.

An unserer Zeit des Dampfes muss jeder darauf gefasst sein, dass sein Schicksal ihn einmal in andere Länder verschlage, und nicht ungeeignet mag es erscheinen, wenn wir hier einiger Besonderheiten Erwähnung tun, welche die Sitten und Gebräuche anderer Länder von denen unserer Heimat unterscheiden. Aus "Der Gute Ton" aus dem Jahr 1899

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