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Kapstadt vom Signal Hill | Südafrika

sa flag 80x80"O'okiep, wo ist denn das?", fragt mich meine südafrikanische Bekannte erstaunt. Also, ganz genau gesehen, liegt es acht Kilometer nördlich von Springbok und 120 km südlich der namibianischen Grenze, 560 km nördlich von Kapstadt, 950 km südlich von Windhoek und 380 km westlich von Upington, und der Atlantik ist so etwa 100 km entfernt. Der Name stammt vom alten Nama-Wort "U-gieb" und bedeutet gleichzeitig: die große brackige Quelle, der Platz des großen Baumes und der kleine Brunnen - eine typisch afrikanische Vielfalt! Seine große Zeit hat Okiep (die heutige Schreibweise) schon lange hinter sich, und doch kennt es jeder Pendler zwischen Kapstadt und Windhoek als letzte Zwischenrast auf der N7 vor der namibianischen Grenze, vor allem durch das Okiep Country Hotel.

Namaqualand galt noch um die Jahrhundertwende als das reichste Kupfergebiet der Welt und Okiep, begründet 1855, als die älteste Minenstadt Südafrikas. Die Cape Copper Company, Sitz in London, förderte erfolgreich die Bodenschätze bis 1919, danach die amerikanische Newmont Mining.

In den 60er Jahren zahlte die inzwischen an der New Yorker Börse geführte O'okiep Copper Companie die höchste Dividende, die je in dieser Zeitperiode gezahlt wurde. Und noch heute ist die südafrikanische Firma Goldfields im Namaqualand tätig, wenn auch wohl nicht mehr für lange Zeit. Ab 1866 verband eine Eisenbahnstrecke den Ort Okiep mit Port Nolloth, dem Hafen an der Atlantik-Küste; die einzige Antriebskraft waren anfänglich nur Maultiere, und als "Namaqualand-Mule-Train" war sie zu ihrer Zeit weltbekannt. Später kam der Dampf dazu und "Clara", die alte Dampfmaschine, ist noch heute im Minen-Museum von Nabebeep zu bewundern. Berühmt ist Namaqualand, diese Sukkuienten-Wüste mit den typischen Granit-Koppies, vor allem für das farbenfrohe Blütenmeer jetzt im Frühling (August bis Oktober), das bis über jeden Horizont reicht. Bunt ist auch die Bevölkerung zusammengesetzt, beginnend mit den frühen Entdeckern und Abenteurern, freien Farmern, Missionaren und Minenleuten bis hin zu entlaufenen Sklaven, die auf die Nama (Khoi Khoi) trafen, die dort seit 200 Jahren gelebt hatten (und im Osten die Khoi-San, Jäger und Sammler). Die Namen vieler Berge und die der wenigen Flüsse lassen den Nama-Ursprung erkennen.

Wir sind mit Piet van Heerde, dem Chef von Virosatours im Geländewagen unterwegs. Und mit Malcolm Mostert, dem jungen Besitzer des Okiep Country Hotel. Beide zeigen uns die Umgebung. Als erstes besuchen wir den Orbicule Hill (Koppie), einen Orbicular Diorit, eine äußerst seltene Gesteinsformation, die sonst nur noch in Skandinavien zu finden ist. Zu Zeiten, als Gondwana-Land, der Urkontinent, sich aufspaltete, entstanden diese außergewöhnlichen Formationen mit konzentrischen Kreisen aus flüssigem Granit-Magma. Anschließend besuchen wir Van der Stels Mine Shaft am Carolusberg. Hier ließ Simon van der Stel (svds auf der Eingangstür) bereits im Jahre 1685 nach Bodenschätzen (Kupfer) graben, und das hier ist somit das älteste erhaltene Bohrloch Südafrikas. Ganz genau kann man überall den Kupfergehalt erkennen, das Gestein schimmert intensiv grün. Doch dann taucht ein einzigartiger Sonnenuntergang diese karge, bizarre und doch so reizvolle Landschaft in ein sanftes Gold. Untergebracht sind wir natürlich im Okiep Country Hotel. Malcolm, der neue Besitzer, gibt Zeugnis der traditionellen Gastfreundschaft. Seine Familie ist schon seit 100 Jahren in Okiep ansässig, er selbst war als Rugby-Spieler für einen englischen Klub längere Zeit in Europa.

Die Hotelzimmer sind alle frisch renoviert, mit farbigen Blütenstoffen ausgestattet, und im gemütlichen Restaurant genießen wir überaus zarte Steaks. Die Bar, so versichert Malcolm, hat das umfassendste Angebot an importiertem Bier und Spirituosen nördlich von Kapstadt. An der Wand hängen Fotos aus der guten alten Zeit. Und, das Hotel hat zwei "National Monuments" direkt vor der Tür: den Smoke Stack, einen Schornstein von 1880, und das Cornish Pump House, noch intakt: einzige Dampfmaschine ihrer Art in der südlichen Hemisphäre. Piet van Heerde, der Boss von Virosatours, unternimmt mit seinen Gästen Gelände-Fahrten und Wanderungen. Er kennt natürlich auch viele Anektoten. Eine davon, die von Robey Leibrandt, dem "deutschen Spion", der später im Städtchen Springbok sein Leben verbrachte, haben wir vor Jahren schon einmal im ECHO behandelt. Demnächst werden wir die "Story", erweitert um Piet van Heerdes Wissen, nochmals vorstellen.

Aber wenn Sie eine von den anderen Anekdoten hören wollen und eine Tour durch das Namaqualand planen, rufen Sie Piet an: Virosatours 027-712 3650. Und für die Unterbringung begrüßt Sie Malcolm im Okiep Country Hotel, 027-744 1000.

Allein und voll verantwortlich für diesen Artikel inklusive Fotos:
ECHO: Euromedia Pty Ltd, Box 2388, Stellenbosch 7601, Südafrika

The Flowers of Namaqualand : Boeta Gammie Sings Amongst Namaqualand Desert Flowers

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