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Kapstadt vom Signal Hill | Südafrika

sa flag 80x80Aberglauben, Opfergaben und Beerdigungen - Die Zulus sind extrem abergläubisch. Geister, Dämonen, Kobolde und Hexen bevölkern jeden Winkel ihrer Welt. Die "Hexenmeister" haben einen Konsumrausch nach Muthi (Medizin) zu befriedigen, für und gegen Unglück, Blitzschlag, Liebeswerben, Kinder, Erfolg (in der Lotterie, auf Arbeitssuche etc.), die Liste ist so umfangreich wie ein Telefonbuch. Südafrikanische Fußballklubs, allen voran die Nationalmannschaft, beschäftigen neben dem Masseur und Trainer einen sehr ernstgenommenen "Hexenmeister". Dieser vergräbt zum Beispiel mit Beschwörungen hinter dem Tor des Gegners einen Magneten, um Bälle anzuziehen, oder befestigt am eigenen Tor zur zusätzlichen Abwehr ein Vorhängeschloss. Während der Halbzeit wird umgewechselt.

Längst verstorbene Vorfahren spielen nach wie vor eine aktive Rolle im Leben der Hinterbliebenen und werden bei Feierlichkeiten in Erinnerung gebracht, denn von einem in Vergessenheit geratenen Vorfahren ist nichts Gutes zu erwarten. Um sich wieder in Erinnerung zu bringen, könnte er sich mit Krankheiten und Unglück revanchieren.

Zur Vorbeugung werden regelmäßig Opfergaben dargebracht und Lobpreisungen gen Himmel ausgerufen. Durch diesen lebendeigen Brauch sind die Zulus in der Lage, ihren Stammbaum über viele Jahrhunderte hinweg zurückzuführen. Auf dem Lande finden nach wie vor traditionelle Beerdigungsrituale statt. Die einzige Person, welche innerhalb des Kraals (Umuzi) bestattet wird, ist der Patriarch. Dieser erhält seine letzte Ruhestätte innerhalb des Viehkraals. Man bestattet den Toten oftmals in einer sitzenden Position und in die Haut eines schwarzen Bullen eingenäht. Dort ist der Verstorbene seinem wertvollsten irdischen Besitz, den Kühen, am nächsten. Alle anderen Personen werden außerhalb des Kraals begraben. Früher wurden die Verstorbenen einfach irgendwo abgelegt und den Hyänen und Aasgeiern überlassen. Einem Leichnam misst man wenig Bedeutung bei, die Seele wird verehrt und ihr werden ständig Opfergaben dargebracht, um den fortdauernden Schutz über die Nachkommen zu sichern. Sollte der Chief an einem anderen Ort gestorben sein, so wird seine Seele heimgeholt. Dazu begibt sich eine Gesandtschaft der Familie mit einem kleinen Ast der Büffeldorn-Akazie (Ziziphus mucronata) zum Ort des Dahinscheidens. Dort schlüpft der Geist in den Zweig und die Abordnung tritt den Heimweg an. Der Träger des Astes spricht während der Reise ständig mit dem Geist des Verstorbenen und hält ihn über alle Geschehnisse auf dem laufenden.

Auf der Heimreise wird für den Verstorbenen eine Fahrkarte gekauft, er bekommt einen Platz bei den Mahlzeiten, wird wie ein lebender Begleiter behandelt. Zuhause wird der Zweig in den Viehkraal gelegt, wo er von den Kühen gefressen wird und sie dadurch die Seele in sich aufnehmen.

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ECHO: Euromedia Pty Ltd, Box 2388, Stellenbosch 7601, Südafrika

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