sa flag 80x80 Zwischen Muizenberg und Strandfontein zieht sich an der False Bay, nur ein paar Autominuten von Kapstadt entfernt, ein viele Kilometer langer gerader Sandstrand dahin. Hier wird noch die uralte Fischfangmethode des "Trekking" angewendet. Ein Ausflug am Sonntagmorgen, so gegen zehn Uhr, lohnt sich allemal. In den ganz frühen Morgenstunden sind die Fischer mit einem Kahn senkrecht hinaus aufs Meer gestoßen, hinter sich herziehend ein hundert Meter langes Netz, das an der einen Seite an Land  festgehalten wird und am anderen Ende über das Heck des Bootes heruntergerollt wird. In einem großen Halbkreis kehrt das Boot zum Strand zurück, das Netz hinter sich herziehend. 

trekking-1Kleine Schwimmbojen halten die Netzkante an der Oberfläche, Gewichte ziehen die andere Seite bis auf den Grund: So werden die Fische eingekreist und gefangen. Nun werden die beiden Netzenden ganz langsam an Land gezogen, so gegen 10 Uhr werden die ersten Beutetiere sichtbar.

Das Netz wird immer schwerer, jeder Arm wird gebraucht - und es gibt keinen Zuschauer, Männlein, Weiblein, Sohn und Töchterchen, der den Fischersleuten nicht hilft, nicht selbst die Hosen  hochkrempelt, die Schuhe von sich wirft, anpackt und zieht. Schwarz und weiß und alt und jung ziehen am selben Strick, eine ganze Stunde lang, bis die Arbeit halbwegs getan ist. Dort hat sich ein Seehund im Netz verirrt; ein wagemutiger Schwimmer krault zu ihm hin, löst ihn aus dem Knäuel und drückt ein wenig das Garn herunter, in einem riesigen Satz ist der Seehund in Freiheit - und mit ihm ein Dutzend Fische.

Dort schlägt ein Rochen mit seinen Flügelflossen, er ist sicher beinahe drei Meter breit, gefährlich mit dem so spitzen starken Schwanzende, für den Fischer nur ein Ärgernis, keine Beute, genauso wie die vielen kleinen Katzenhaie, die im Netz zappeln. Ja, und dann geht's los! Endlich ist das ganze Netz gelandet, fleißige Hände picken die Fische aus den Verstrickungen.  Der Verkauf erfolgt sofort, noch im Sand, barfuss und nass verschwitzt. Der Großteil der Beute geht an die Händler, die sich mit ihren Bakkies und Lieferwagen eingefunden haben; viele Fische werden aber auch von den tatkräftigen Zuschauern "ersteigert" -billig und garantiert frisch! Im Jahre 1927 hat hier solch ein einziger Fischzug einmal 3350 Kabeljau an Land gebracht, 100 von ihnen je über 45 kg schwer. Glauben Sie nun, dass man ganz schön kräftig ziehen muss, um die Beute an Land zu bekommen - auch wenn die Fische heute weniger geworden sind.

Jedenfalls, es ist kein alltäglicher Ausflug, diese Fahrt zur False Bay, sonntags morgens so gegen zehn. Und wie kommt man dorthin? Von Kapstadt nach Muizenberg und dann am Strand entlang in Richtung Mitchells Plain und Somerset West. Von Stellenbosch aus an "Spier" vorbei und dann über die Straße am Strand entlang in Richtung Muizenberg, noch an Strandfontein vorbei.

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