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Kapstadt vom Signal Hill | Südafrika

sa flag 80x80 Unter den Gästen in einem Restaurant gibt es die verschiedensten Typen: Da ist der "Dozent", der alles weiß und jedem erklärt, dass Bernard Büffet nur trostlose Bilder und riesige Insektenplastiken schuf; dabei ist das Büffet nichts anderes, als ein Schrank oder eine Anrichte zum Aufstellen von Prunkgeschirr - oder gutem Essen! Da sind die "Pechvögel", die vor der Mall in Somerset West eine Reifenpanne hatten, bei Tyger Wheels ihren Reifen reparieren lassen und gegenüber bei Feast Zuflucht gefunden haben. Da sind die "Heimweher", es zieht sie nach Hause, das Essen im "Feast Büffet Restaurant" kommt ihnen wie eine Henkersmahlzeit vor.

feast-buffet-restaurantDa sind die "Schausteller". Sie wollen die attraktive Freundin nur ausführen, um gesehen zu werden; sie interessieren sich kaum für das, was auf dem Teller liegt und im Glas funkelt. Die "Kilometerfresser": Sie kommen gerade frisch aus Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, 1.500 km weit weg, ganz genau so wie die Prawns, die sie hier im Feast mit Genuss verzehren.

Da sind die "Meckerer": "Wie, kein Wiener Schnitzel da?" Und der Sonnenuntergang vor den riesigen Glasfenstern ist nicht kitschig genug und der Tafelberg zu weit weg. Da sind die "Andenker" und überlegen, was man wohl so als "Mitbringsel" mit nach Hause nehmen könnte; einen Kaffeelöffel zum Beispiel oder den Aschenbecher.
 
Da sind die "Sonnenanbeter": Die lagen den ganzen Tag über am langen Sandstrand bei Strand auf dem glühenden Sand, fast bewegungslos, die bräunlich-schwarze Lederhaut hochglänzend eingeölt; nun schlurfen sie die Treppe zum Restaurant hinauf, müde, essen ohne Appetit nur vom Salat und reiben sich heimlich auf der Toilette mit weiteren Schutzfaktoren ein. Ja, und da sind die Genießer: meine Frau Wilu, meine Schwägerin Renate und ich.

Wir haben Renates BMW auf dem bewachten Parkplatz vor dem Restaurant geparkt und sind dann hungrig und durstig hineingegangen. Marcelle begrüßt uns, Küsschen links und rechts. Ja, der Tisch gefällt uns, direkt am Fenster, draußen geht gerade die Sonne unter und die beiden Frauen dürfen hier rauchen. Und schon steht Joe an unserem Tisch, wieder Küsschen links und rechts, für mich einen Händedruck - und für uns alle eine Flasche Ridgemore 2005 (Pinot Noir, Shiraz und Cabernet Franc). Wir fachsimpeln ein wenig ... wir haben ja Zeit! Das sind die Vorteile an einem Büffet; Wir hätten sofort ans Büffet gehen können, um unseren ersten Hunger zu stillen - oder innerhalb von Sekunden hätte eine Tagessuppe vor uns gestanden. Aber das Gespräch mit Joe (und die Zigaretten) sind erst einmal wichtiger ... und eine Flasche Wein steht ja halbleer vor uns, die andere Hälfte in unseren Gläsern. Wir stoßen an, auf einen schönen Abend!
 
feast-restaurant-somerset-westAber ich wollte ja die vielen Vorteile eines Büffet-Essens, die sich dem Büffet-Liebhaber bieten, aufzählen: Also, zum ersten weiß man schon im Vorhinein, was das Essen kosten wird. Bei Feast liegen die Preise für's volle Menue so zwischen 79 (Spezial) und 110 Rand (Sonntag) - für Pensionäre gibt es einen günstigeren Rabatt. Dann kann man sich aus der großen Auswahl genau das aussuchen, was man am liebsten mag, und um das herauszufinden, hat man beliebig viele Versuche. Man kann essen, soviel man mag (ach, hätte es sowas doch schon zu meiner Studentenzeit gegeben!). Und man hat alle Zeit der Welt und isst und macht Pause und isst wieder und geht noch mal hin, bis die Augen nicht mehr ganz so hungrig schauen. Und wenn einem dann die Vernunft sagt, endlich aufzuhören, dann steht man vor dem sehr attraktiven Dessert-, Kuchen- und Nachtischs-Buffet und lädt noch einmal auf. Mit einer guten Tasse Kaffee schafft man es dann auch ohne Mühe.

buffet-restaurant-somerset-westUnsere zweite Flasche ist eine Arniston Bay 2008 (Shiraz Merlot). Im direkten Vergleich der beiden Flaschen schneiden beide gleich gut ab. Sie sind weich und fruchtig - der Ridgemore besticht durch seine tiefrote Farbe, er hat den Duft des Cabernet Franc und das angenehme Bouquet des Pinot noir (Blauer Spätburgunder), ganz leicht überlagert von den edlen Aromen des Shiraz. Die Damen sind recht begeistert von ihm.

Joe ist ein geborener Schweizer - er erlernte seinen Beruf von Grund auf in einer Hotelfachschule in der Schweiz und in seinen nunmehr 35 Berufsjahren im Schweizer Hotel- und Gaststättengewerbe und später in Südafrika, sowohl als angestellter Manager als auch als selbständiger Eigentümer. Er ist durch und durch Profi - aber dennoch blieb ihm stets ein Traum, der Traum vom Team with a Dream!

Marcelle ist der Partner, mit der er das Team with a Dream realisiert. Sie arbeitete 17 Jahre lang als Bankangestellte, dann im Bereich "events management" und "Einkauf". Heute bilden die Beiden ein unschlagbares Gespann: Marcelle bei den Finanzen und in der Verwaltung, Joe im engen Kontakt mit dem Gast am Tisch ... sei's nun in Englisch, auf Afrikaans, in Französisch, auf Deutsch oder in Schwyzertütsch.

Für mich ist der Arniston Bay Blend 2008 aus Shiraz und Merlot ausgesprochen interessant: Ebenfalls tieffarbig mit dem so hohen Extrakt- und Tanningehalt des Shiraz und dem typischen gehaltvollen Körper der Merlot-Traube, die ja ursprünglich aus St.-Emilion / Bordeaux stammt. Beide Weine aus Südafrika trinken sich leicht und angenehm, haben aber genug Fruchtcharakter und Tiefe. Und seltsam: Sie munden zur Seafood und zum Fleisch, ja, sogar zur Schüssel mit leckerem Dessert!
 
Inzwischen hat sich das Restaurant nahe Kapstadt gefüllt; das Publikum im Hauptrestaurant ist sehr gemischt: ein großer Tisch mit offensichtlich zwei schwarzen Familien - drei Großeltern, vier Eltern und ein paar Kinder. Daneben zwei ältere weiße Damen, fein gemacht für den Freitagabend. Ein junger Coloured mit seiner hübschen Freundin, er mit dickem Bauch und schwerer goldener Uhr. Am Tisch daneben noch ein farbiges Pärchen, sie recht hübsch, er hat eine Mütze auf.

joe-marcelleJoe und Marcelle - Gastgeber im FeaST Büffet RestaurantEine Gruppe von "Sportskameraden", ein alleiniger Herr, der ununterbrochen Hunger zu haben scheint. Ein Ehepaar mit Tochter, die sich wohl für die Sportsfreunde zu interessieren scheint. Ein Vierertisch mit zwei älteren Ehepaaren, sicher deutsche Golfspieler - und drei Krankenschwestern in Uniform, wohl vor Antritt der Nachtschicht. In unserem "Raucherzimmer" sind nur drei Tische besetzt, wir können uns ungestört unterhalten, die beiden Liebespärchen würdigen uns keines Blickes.

Umso aufmerksamer ist die Bedienung. Man merkt, diese Mädchen sind gut angelernt worden - immer da, wenn man sie braucht, aber niemals aufdringlich oder gar störend. Joe setzt sich zu uns an den Tisch. Wir reden über den Wein, die angenehme Bedienung und über die vielen Pläne, die er hier in diesem Restaurant noch verwirklichen möchte.

Wie lautete noch sein Wahlspruch? Team with a Dream! Nun, da kann Wirklichkeit draus werden, das kann er realisieren. Das Personal jedenfalls hat er dazu, und sein Können und Marcelle's Wissen werden sicher zum erhofften Erfolg führen. Wir wünschen den Beiden jedenfalls alles Gute! - Bedienung und Parkwächter freuten sich über ein dickes Trinkgeld - wir aber waren rundum zufrieden.

Fest Buffet Restaurant
Meltz Buildung
Somerset West

Joe: +27-78-6643422
Marcelle: +27-83-3847719
Dinstag bis Samstag ab 18:00 Uhr
Sonntags ab 12:00 Uhr
Montags geschlossen

Allein und voll verantwortlich für diesen Artikel inklusive Fotos:
ECHO: Euromedia Pty Ltd, Box 2388, Stellenbosch 7601, Südafrika

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