sa flag 80x80 Großadmiral Räder trug am 29. Juni 1942 bei der Lagebesprechung dem Führer vor, dass als größeres Unternehmen der Einsatz von vier U-Booten mit einem U-Tanker ("Milchkuh" genannt) vor Kapstadt angelaufen sei. Es sei vorgesehen, mit zwei Booten in die Reede und den Hafen von Kapstadt einzubrechen und danach vor der Küste zu operieren. Hitler stimmte zu.

Mit U459, U68, U159, U172 und U594, denen später U179 folgte, sollte am 9. Oktober 1942 um Null Uhr der gemeinsame Angriff beginnen. U172 (mit Kapitänleutnant Emmermann) traf zwei Tage zuvor vor dem hellerleuchteten Kapstadt ein und beobachtete die ein- und die auslaufenden Schiffe, um den minenfreien Streifen in den Hafen zu finden und die Absperrnetze zu erkunden.

Am Tage machte er durch das Periskop Filmaufzeichnungen vom Tafelberg und vom Signal Hill. Dann glitt sein Boot in die Hafeneinfahrt. Zehn Minuten vor Mitternacht torpedierte er drei ein- und auslaufende Schiffe. So wurden in den ersten beiden Nächten von den eingesetzten Booten insgesamt 200.000 Tonnen Schiffsraum versenkt... ein donnernder Paukenschlag für die bisher so sorglose Bewachung des Schiffsverkehrs.

Aber so brilliant ging das "Feuerwerk" natürlich nicht weiter. Die Südafrikaner waren aufgerüttelt und reagierten prompt, gründlich und recht unangenehm: Emmermann wurde schon am nächsten Tag durch eine Suchgruppe aufgespürt und 28 Stunden lang mit Wasserbomben gejagt. Aber einen Tag später torpedierte Emmermann die 23.550 Tonnen "Orcades", einen vollbesetzten Truppentransporter. Der setzte alle Rettungsboote aus, kenterte dann aber nach einem weiteren Torpedotreffer innerhalb von drei Minuten.

Wenn man nur auf diesen winzigen Ausschnitt des U-Boot-Krieges vor dem Kapstädter Hafen zurückblickt, in dem etwa 110 Frachtschiffe mit etwa 625.000 Bruttoregistertonnen versenkt worden sind - und neben den Menschenverlusten, die ja auf Befehl billig zu haben sind - den Wert der Schiffe und der Ladungen berücksichtigt, so wird einem die ganze Sinnlosigkeit eines Krieges bewusst. Ganz abgesehen von dem Leid der Hinterbliebenen.

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