Westküste und das Inland

bokkum-trockenfisch"Bokkum" Trockenfisch bei PaternosterZunächst beginnt die Tour wie bei den Highlight der Westküste: 10 km hinter Kapstadt sieht man nur wenige Kilometer vor der Küste Robben Island, die ehemals berüchtigte Sträflingsinsel, auf der auch Nelson Mandela inhaftiert war. Von den Küstenorten Table View und Bloubergstrand hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Tafelberg.

Wer im September auf dieser Route unterwegs ist, sollte einen Abstecher nach Darling machen, wo zu dieser Zeit das Blumenfestival stattfindet. Die ganze Stadt und vor allem die Blumenreservate stehen dann in vollster Blütenpracht.
Die eigentliche Blütezeit beginnt aber bereits im August und endet in Oktober.

Die Saldanha Bay ist durch zwei Extreme gekennzeichnet, zum einen den West Coast National Park, zum anderen den in den 1970er Jahren angelegten Erzhafen. Wer Interesse am Wirtschaftsleben eines Rohstofflandes hat, sollte sich den Hafen einmal kurz ansehen, um eine Idee zu bekommen, mit welchem Aufwand alleine die Rohstoffe transportiert werden, die wir in den Industrieländern teilweise so gedankenlos verbrauchen. Nur um das Erz von den Minen heranzubringen, wurde eine 850 km lange Eisenbahnstrecke durch wüstenähnliches Gebiet hierhin gebaut. Nordwestlich davon führt die Strecke vorbei an dem Verwaltungsort Vredenburg und auf einem Schlenker nach Paternoster, einem idyllischen Fischerörtchen. Weiter nördlich verläuft dann die Straße immer parallel entlang der Erzbahn bis nach Lambert’s Bay. Vielleicht haben Sie ja Glück und sehen einen dieser ewig langen Erzzüge.

Die Strecke zwischen Yzerfontein und Lambert’s Bay wird auch als „Seafood Route“ bezeichnet, da es hier unzählige Muschel- und Crayfischaufzuchtstationen gibt, deren Produkte in den nahegelegenen Restaurants auf verschiedene Weise zubereitet werden. In der Zeit von Juli bis November kann es auch passieren, dass Sie Wale an der Küste sichten. Sie halten sich gerne in der kühlen Meeresströmung auf, da diese in der Regel nährstoffreich ist. Nördlich geht dieser Teil des Kaplandes über ins Namaqualand, zu dem es aber keine direkte Grenze gibt, da es sich nicht um einen Regierungsbezirk handelt.

wild-blumen-blueteWildblumen in den Cederbergen im FrühlingWeiter im Hinterland, aber in der Umgebung von Clanwilliam und Citrusdal, ist es nicht mehr ganz so trocken. Es wird bewässert, so dass neben Tabak und Weizen auch Wein und Zitrusfrüchte angebaut werden. Berühmt ist auch der Rooibos Tree, dessen Blätter einen aromatischen und Vitamin-C-reichen Tee liefern. Auch hier erblühen im Frühjahr viele Felder zu einem Meer von Blumen.

Die Cedarberg Wilderness Area ist eine der atemberaubendsten Wildnisgegenden im Western Cape. Das hohe Sandsteingebirge östlich des Olifants River und die langen trockenen Täler formen eine einsame, abgelegene raue Landschaft und bieten ideale Möglichkeiten für Wanderer, Kletterer und Naturfreunde. Über das ganze Gebiet verteilt findet man neben Felsmalereien eine große Vielfalt an Bergfauna, von Pavianen und kleinen Antilopen bis hin zu Luchs und Leopard. Nicht zu vergessen ist die einzigartige Flora, wie die knochige und hartnäckige Clanwilliam-Zeder, die diesem Gebiet den Namen gab, sowie die Schneeprotea, die in Höhen um 2.000 m wächst.

Kagga Kamma bietet die Möglichkeit, in der zerklüfteten Landschaft unter Führung von erfahrenen Rangern eine Buschmannsiedlung zu besuchen, Felsmalereien anzusehen und bei einer Abendfahrt die heimischen Tiere in der Dämmerung zu beobachten.

Der Ort Ceres, der den Namen der römischen Fruchtbarkeitsgöttin trägt, und sein Umland gehört zu den schönsten und reichsten Obstanbaugebieten Südafrikas. Fast überall im Land findet man Fruchtsäfte mit dem Namen der Stadt auf dem Etikett.

Ein Erdbeben im Jahre 1969 veranlasste Historiker und Architekten, den kleinen Ort Tulbagh in seiner ganzen Schönheit zu restaurieren. Alleine in der Church Street findet man 32 makellose kapholländische Häuser, die alle unter Denkmalschutz stehen.