Routen nach George

a) nach George auf der N2

Die Strecke führt bis hinter Wilderness parallel zur Küste, zumeist direkt hinter dem ersten Dünenkamm. Nur der erste Abschnitt hinter Knysna und die Strecke von Wilderness bis George bzw. Glentana (N2) verlässt die Küste. Der atemberaubendste Abschnitt ist ohne Zweifel der um Wilderness, denn hier ist die Straße dem Meer am nächsten, auch der kurze Abstecher zum Wilderness National Park lohnt. Doch auch hier gilt es, die N2 so oft als möglich zu verlassen, denn die wahren landschaftlichen Schätze verbergen sich sowohl jenseits der Küstendünen als auch entlang der sog. Lake Road (auch: Die Vlei Road), die zwischen dem Baywater Village (2,5 km westl. von Sedgefield) und Wilderness nördlich der „Vleis“ verläuft.

Streckenbeschreibung bis George
5 km westlich der Knysna Lagune zweigt im Goukamma River-Tal eine Stichstraße ab nach Buffels Bay, einem kleinen, verschlafenen Ferienort. Nennenswerte Übernachtungsstätten gibt es hier nicht, dafür aber Beschaulichkeit. So können Sie z.B. von hier entlang dem Strand bis nach Brenton-on-Sea laufen. Das Goukamma Nature Reserve, das u.a. von der Straße nach Buffels Bay aus zu erreichen ist, beeindruckt durch die Sandklippen, die vielen Seevögel (u.a. Sekretäre, Fischadler) und auch einige Landtiere, wie z.B. Affen und Buschböcke.

b) Old Knysna-George Road

Diese Straße ist die ehemalige Hauptverbindung zwischen Knysna und George. Sie folgt nicht der Meeresküste, sondern führt oberhalb der Küstenebene, schlängelt sich dabei an Berghängen, durch Flusstäler, durch Wälder und fruchtbare Agrarflächen. Letzteren und der Tatsache, dass die Ingenieure vor über 100 Jahren noch nicht in der Lage waren, eine trockene Furt durch die Lagunenebene zu bauen, verdankt diese schöne Straße ihre Existenz. Unterwegs stelle man sich einmal vor, wie die ersten Autos sich die kurvigen Passstrecken entlanggequält haben und wie unerreichbar damals für die meisten die heute so stark frequentierte Lagunen- und Küstenebene gewesen ist.

Hier oben blühte das Leben, hier liefen Kühe und Schafe, wurden Äcker bestellt, und Orte wie z.B. Rheenedal und Karatara waren wichtige Stationen auf der langen Reise. Nun aber scheint hier auf der Hochebene die Zeit stehengeblieben zu sein, selten trifft man einmal ein Fahrzeug, und Geschäfte und Tankstellen gibt es kaum. Die Straßenverwaltung unterhält nur noch die Schotterpisten-Abschnitte, deckt die alten Asphaltschichten aber nicht mehr neu zu. Langsam wird aus einer ehemaligen Lebensader eine immer mehr zuwachsende Backroad, vergessen, wenn es nicht noch einige wenige Farmer und ein paar „verirrte“ Reisende hier gäbe.

Nutzen Sie die Chance, hier noch einmal den Gegensatz zu erleben, den Meer, fruchtbare Hochebene und Berge der Garden Route verleihen. Strände und Küste haben Sie sicherlich schon zur Genüge gesehen. Besonders faszinierend sind die Passstrecken und die Strecken, die in Flusstäler hinunterführen, denn hier herrschen noch Wald und Natur vor.

Halten Sie an diesen Stellen auch einmal an, denn das Geräusch der Vögel und nach dem Regen auch der Frösche und Kröten ist einmalig.

Hinweis
Viele Abschnitte, besonders an den o.g. Passstrecken, sind nicht asphaltiert. Bei Regen werden diese Abschnitte rutschig. Fahren Sie entsprechend vorsichtig. Der Abschnitt zwischen Rheenedal und Woodville ist wenig befahren. Das verleitet zu leichtsinnigem Kurvenschneiden. Tun Sie das nicht, es fahren hier schon Autos und manchmal auch ein großer Bierlaster.

Streckenbeschreibung bis George
Fahren Sie entweder direkt hinter der Lagunenbrücke westlich von Knysna entlang der Piste über den Phantom Pass, der bekannt ist für die artenreiche Vogelwelt, die hier lebt, oder aber 2 km weiter westlich von der N2 über die Asphaltstraße in Richtung Rheenedal. Nach einigen Kilometern ansteigender Strecke treffen beide Straßen wieder aufeinander. Kurze Zeit später passieren Sie die Zufahrt zur Portland Manor Estate, einem sehr zu empfehlenden, historischen Hotel.

Rheenedal ist ein verschlafenes „Kuhdorf“, wenn auch die größte Ansiedlung bis George. Hier können Sie nochmal tanken.

Goldrush in Millwood

Ein 10 km-Abstecher führt von Rheenedal zum Millwood Mining Trail nach links zum Jubilee Creek Picnic Site. Hier brach nach 1876 ein kleiner Goldrausch aus, der Hunderte von Glücksrittern anzog. Binnen kurzem waren in Millwood 75 Häuser errichtet, einschließlich 6 Hotels, einer Bank, einem Postoffice und einer Tanz- und Musikhalle. Nur 400 Menschen wohnten in festen Häusern, während nahezu 700 Goldsucher sich mit Zelten begnügten.

Das Gold war aber schnell abgebaut, und so schnell, wie alle kamen, verschwanden sie wieder und ließen großenteils sogar die Maschinen zurück. Nur zwei Gebäude stehen heute noch in Millwood, von dem eines, der ehemalige Store, jetzt ein kleines Museum beherbergt. Der Millwood Mining Trail führt über 5,5 km durch die ehemaligen Straßen und zu Minenschäften, während der Trail vom Jubilee Picnic Site den Fluss hinaufführt, wo ebenfalls nach Gold gesucht wurde. Auch er endet im ehemaligen Millwood. Viel ist heute nicht mehr zu sehen, doch wer nur einen Hauch von Pioniergeist in seinen Adern verspürt, sollte sich den halben Tag Zeit nehmen, um den alten Glücksrittern auf die Schliche zu kommen. Für Kinder unter 10 Jahren ist der Ausflug aber nicht geeignet.

Zwischen Rheenedal und George gibt es nun eigentlich nichts Besonderes hervorzuheben. Nahe der Flusstäler beginnt jedes Mal der ursprüngliche Wald, zurück auf den Ebenen herrscht unendliche Weidefläche vor, hinter der sich majestätisch die Outeniqua-Berge bis auf 1.578 m erheben. An einigen Stellen führen Straßen zurück in die Lagunenebene, und falls Sie davon eine wählen möchten, empfehlen wir entweder die über Hoekville oder die über Wilderness Heights. Erstere beschert einen schönen Ausblick über Wilderness, die zweite führt an der Abfahrt zur Map of Africa vorbei.

Zwischen Hoogekraal Pass (geographisch nicht verwechseln mit dem u.g. Country House!) und Woodville beginnt rechter Hand der schöne, aber beschwerliche Outeniqua Trail (mind. 1 Woche!). 6 km westlich vom Trailbeginn zweigt dann noch eine Stichstrecke ab zu einem weiteren Big Tree, einem der höchsten Yellowwood-Bäume der Gegend.

Fazit: Am Phantom Pass, um den Hoogekraal Pass und weiter westlich die Forest Road (Abbiegen von der Hauptstraße!) sind u.E. die eindrucksvollsten Abschnitte, da hier der Wald fürwahr Oberhand behalten hat. Südlich von der Ortseinfahrt von George erreicht die Old Passes Road dann die N9/N12.

Besser kann der Ausdruck „Garden Route“ nicht beschrieben werden:

„We built habitations of wood ... and sowed various seeds to enjoy the fruit thereof, such as pumkins, melons, onions and coriander ... the soil is excellent, and free from stones, though there are various hills. These, as also the valleys, abound with verdure and plants with sweet smelling flowers. The trees are numerous and large, In all parts it is watered by voluminous rivers and abundant and fine springs ... There is an infinite number of wild animals of extraordinary size, such as deer, wolves, seals, buffaloes, wild boars, monkeys and also tigers and elephants.“