Die Grosse Karoo

sukkulente-karooSukkulente in der Karoo„Kurú“ bedeutet in der Khoi-Sprache: trocken, harsch und widerstrebend (Barren). Für die Halbwüste haben die Khoi es verwendet als „Land des Durstes“.

Obwohl die Great Karoo, heute oft auch Central Karoo genannt, sehr eintönig erscheinen mag, hat sie trotzdem ihren Reiz. Weite Flächen, kaum Bäume, riesige Farmen und bizarre Felsformationen und Tafelberge geben dieser Landschaft eine ganz persönliche Note.

Europäer, die dichtbesiedelte Gegenden gewohnt sind, werden sich in dieser „Unendlichkeit“ wohlfühlen, denn sie vermittelt ein Gefühl der Freiheit. Dieses erkannten schon früh einige Siedler, die wenig Drang verspürten, den Trek nach Norden fortzusetzen, und sich hier bereits vor 200 Jahren niederließen. Die Wasserknappheit machte ihnen zwar zu schaffen, doch halfen die Windradpumpen, dieses Manko auszugleichen. Für den Anbau von Gemüse und Früchten wurden in Talsohlen sogar kleine Bewässerungskanäle angelegt. Haupteinnahmequelle stellt bis heute aber die extensive Weidewirtschaft dar. Zumeist handelt es sich um Schaf- und Ziegenhaltung, denn diese Tiere sind am widerstandsfähigsten, was Wüstennahrung und knappes Wasser angehen. Daher ist das „Karoo-Lamm“ auch heute noch das typischste Gericht in der Halbwüste.

Seit Ende der 1980er Jahre haben die Farmen aber arge wirtschaftliche Probleme. Die Fleischpreise sind zu niedrig und Wolle und Felle nicht mehr so gefragt. Viele mussten aufgeben und an die Nachbarn verkaufen.

Erstaunlich ist die Vegetation in der Karoo: Im Frühling blühen viele Pflanzen, und selbst während der anderen Jahreszeiten leuchtet hier und da eine Pflanze auf. Blicken Sie schräg über die Flächen, erhalten Sie den Eindruck, dass die Wüste dicht bewachsen ist. Laufen Sie dann aber über die Fläche, werden Sie feststellen, dass die Pflanzen weit auseinander stehen und dass die meisten von ihnen nicht blühen, sondern aus dornigen Sträuchern bestehen.

Interessante Stichworte

  • Namensherleitung: „Karoo“ heißt bei den Khoi „Land des Durstes“
  • Fläche: ca. 100.000 qkm (Angaben variieren zw. 78.000 und 112.000 qkm)
  • Durchschnittlicher Niederschlag: 260 mm/Jahr
  • Durchschnittliche Höhe über Null der Ebenen: 900 m
  • Höchster Berg: Sneeuberg (2.504 m)
  • Typische Pflanzen: Sukkulenten und Dornbüsche
  • Entdeckte Pflanzenarten: 7.000
  • Durchschnittliche Sommertemperatur: 33 °C
  • Durchschnittliche Wintertemperatur: 18 °C (es kann nachts auch Frost geben)
  • Hauptregenzeit: März u. April
  • Die Trockengebiete Namaqualand, Kalahari und Karoo bedecken nahezu 50 %
  • der Fläche Südafrikas
  • Beste Tageszeit, die Karoo zu bereisen: Früh morgens, wenn die Sonne aufgeht