sa flag 80x80 Unsere Zeitschrift 'Golf am Kap' war auf dem Weg nach Deutschland, nach Österreich, in die Schweiz, nach Holland und Frankreich - und wir hatten die Magazine in Namibia, im Großraum Kapstadt und im restlichen Südafrika ausgeliefert... nun fehlten nur noch die Karoo und die Garden Route. Was lag näher, als unseren alten Volksie-Bus vollzuladen und uns selbst auf den Weg zu machen?

Die ganze Familie half in der Nacht beim Laden, ein kleiner Koffer passte noch hinein und eine Kanne mit heißem Kaffee, die Kamera und das Notizbuch. Abschied von den Kindern Florian und Fee, von den Hunden Birka und Ali und den Katzen Indi und Kicka ... fünf Minuten später quälte sich der überladene VW-Bus mit meiner Frau und mir den Sir Lowry's Pass bei Somerset West hinauf. 15 Minuten später ging's dann über die Houw-Hoek-Paßstraße (die wurde am 13. April 1831 - vor 179 Jahren also - eröffnet) wieder hinunter. Ich erzähle meiner Frau von der großen Unruhe, die in eben diesem Jahr 1831 in der Kapbevölkerung ausbrach: die Regierung wollte den Kapwein mit Steuern belegen! Aber meine Frau interessierte sich mehr für den Kaffee, den sie mir schwabbelnd und brühheiß ans Lenkrad überreichte.

1831: In diesem Jahr starben Achim von Arnim und Karl Freiherr von und zum Stein, die Franzosen begründeten ihre Fremdenlegion für Nordafrika, im englischen Eton lebt das seit dem 12. Jahrhundert verschollene Fußballspiel wieder auf und Goethe kommt auf die Idee - ein Jahr vor seinem Tod - der Mensch könne vom Tier abstammen.

Straußenfarm bei Oudtshoorn im "Kannaland"Das hübsche Botrivier, dann Caledon, Riviersonderend (Fluss ohne Ende), Stormsvlei, Swellendam... die Sonne geht auf, nach zwei Stunden Nachtfahrt, scheint sie uns recht unangenehm grell geradewegs gerade in die Augen. Aber schon kurz hinter Buffelsjagrivier biegen wir links ab; es geht die R 324 entlang nach Suurbraak (das liegt am Fuß des 1508m hohen gleichnamigen Berges) und nochmals links ab auf den wunderschönen Tradouw-Pass, der zur frühen Morgenstunde noch völlig im Schatten der hohen "Langeberge" liegt. Aber die Brücke vor dem Pass ist durch ein Unwetter weggeschwemmt. Ich muss mit dem sehr schwer beladenen und untermotorisierten Volksiebus einen glitschigen Behelfsweg hinunter und knietief durch das Bachbett hindurch. Meine Frau hält den Atem an, aber der Bus prustet sich durch. Barrydale ist der Name der kleinen Ortschaft auf der anderen Seite des Bergpasses: Wein und Rosen und Aprikosen und ...

Hier beginnt die Kleine Karoo.

Ladismith und Calitzdorp

Wir passieren Lemoenshoek (Zitronenecke) und biegen bei Warmwaterberg von der Teerstraße ab. Dort an den radioaktiven heißen Quellen machen wir eine Stunde Kaffeepause. Ladismith ist ein "richtiger" Ort mit Kirche und Hotels und Restaurants, Wanderwegen (für die 12 km auf dem Elandsberg Wandelpad benötigt man etwa fünf Stunden), Stadtgeschichte, wilden Tieren, reicher Flora, mit viel Obst, sehr gutem Käse, Wein und - wie die Einwohner meinen - dem gesündesten Klima der Erde. Hier ist man genau 300 km von Kapstadt entfernt.

In Calitzdorp (im Dorpshuis gerade gegenüber der Kirche) gibt's für meine Frau und mich das zweite Frühstück. Hier bei Barney du Plessis und Sandy Alpert waren wir schon oft, das kleine Restaurant in dem alten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist ein Geheimtipp für den kleinen Stopp, das Omelette mit Champions mein Favorit.

Die Kleine Karoo

der wildromantische Tradouw-Pass  führt von der N2 zur Route 62 - eine lohnenswerte Fahrt.Nun sind wir mitten in der Kleinen Karoo, dem Kanna-Land, dem Land der Strauße und zerklüfteten orange-roten Sandsteinberge, 300 Millionen Jahre alt, dem Land der Weinberge und Obstgärten, der Wildblumen, Schmetterlinge und Vögel, des Tabaks und der Nüsse, oft dem Auge verborgen hinter einer scheinbaren Kargheit und Dürre. Eine riesige Hochebene, 60 km weit und 300 km lang, zwischen den Swartbergen, den Langebergen und den Outeniquabergen. Die ersten Europäer nannten das Gebiet "Gannaland" nach der Vielzahl der Wildblumen hier, für die die Hottentotten das Wort "ganna" brauchen.

Oudtshoorn

Eine halbe Stunde bis Oudtshoorn, unserem ersten Zielort, ganz durch die Stadt hindurch und dann links ab zum Golfplatz. Hier werden wir die erste große Ladung unserer "Golf am Kap" Magazine los. Der "Oudtshoorn Golf Club" garantiert Sonnenschein im ganzen Jahr. Ein Wunder, was der Klub in dieser trockenen Gegend an Bäumen, Sträuchern, Blumen und "Greens" hier geschaffen hat. Das großzügige Klubhaus ist bekannt für seine Gastfreundschaft. Von den 18 Löchern ist Loch 5 gefürchtet - ein Par 4, Schwierigkeitsgrad 1.

George

Von hier bis nach George sind es gut 60 Kilometer auf der R 29 und über den 799 m hohen und inzwischen ganz hervorragend ausgebauten Outeniqua-Pass. Am Ende der Passstrecke, kurz vor George, geht's dann rechts ab in Richtung Blanco zum "Fancourt Hotel & Country Club Estate", dem wohl exklusivsten Golfgelände im südlichen Afrika. Ein sorgfältig angelegtes "privates Resort" mit 300 privaten zum Anwesen gehörenden Häusern, Sportanlagen und einem erstklassischen Hotel ... und fünf(!) 18-Loch-Golfkursen. Die ehemalige Viehfarm gehörte dem millionenschweren Andre Pietersje, Ex-Vize des Filmgiganten MGM. Ein Traum in einer der schönsten Gegenden des Landes, der Garden Route.

Golf, Tennis, Squash, Reiten, Schwimmen. Schönheit, Gesundheit, Natur, Wohlbefinden, Luxus. Saunas, Jacuzzi, geheizte Bäder und Gymnastik, Aerobics ... und den warmen Indischen Ozean vor der Türe. Exklusivität und Tradition, Perfektion und Stil. Wir liefern beim "Pro" von Fancourt ein halbes Tausend Magazine ab. Drei Gläser Wein, ein paar Golfweisheiten, Händeschütteln, wir wollen weiter.

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Die KLEINE KAROO im Video