Hintergrund-Informationen zur Garden Route in Südafrika

Zur Geographie der Garden Route

natures valley garden route 1Natures Valley auf der Garden Route von Michael Clarke Stuff - Nature's Valley 09, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24330172Ein geomorphologisches Problem stellte sich den ersten Siedlern auf dem Abschnitt zwischen Gourits und Storms River in den Weg.

Die Schluchten, die die Flüsse in die Sedimente der sog. Küstenterrasse gefressen haben, waren zu tief, um sie mit den Ochsenkarren zu durchqueren, und die Berge dahinter zu hoch, um über sie hinwegzukommen.

Lange Zeit war vor allem das Gebiet um Knysna sinnvoll nur auf dem Seeweg zu erreichen. Und warum sind die Schluchten bis zu 230 m tief, wo doch die Flüsse so klein erscheinen? Der Grund liegt in den Hebungen und Senkungen des Meeresspiegels während der letzten 150 Millionen Jahre.

Es gab Zeiten, da reichte das Meer bis an die heutigen Berge heran, und andere, da lag die Küste bis zu 60 km weit draußen im heutigen Ozean. Und genau zu den Zeiten, als der Meeresspiegel aufgrund von Eiszeiten weit entfernt lag, führten die Flüsse mehr Schmelzwasser und hatten vor allem eine steilere und damit schnellere Abflussrichtung. Damit reichte ihre Kraft aus, um die Schluchten in die Sedimentgesteine zu fressen. Flüsse, wie Sie sie heute sehen, könnten dieses kaum verrichten. Ausnahmen bilden nur die, die noch auf den Sedimenten fließen und am Meer als Wasserfall über die Klippen stürzen. Auch die werden in vielleicht 100 Millionen Jahren eine Schlucht geschaffen haben.

Dass die Böden des Gebirgsvorlandes so gut sind, kann man sich anhand o.g. Tatsachen gut vorstellen: Kalkhaltige Meeresablagerungen, feuchtwarmes Klima und nährstoffreiche Sedimente aus angeschwemmtem Bodenmaterial aus den Bergen bieten z.T. erstklassige Bedingungen. Die Flüsse führen wenig Wasser, da das Wasser nur aus den Bergen kommt. Ausnahmen bilden hier nur Gourits und Gamtoos River, die ein Einzugsgebiet bis weit ins Inland aufweisen.

Was hat die Garden Route touristisch zu bieten?

Die Natur natürlich im Vordergrund. Die küstennahe Region zeichnet sich durch malerische Buchten, einsame Strände, hohe Kliffe, Felswände und z.T. durch urweltliche Wälder aus. Aussichtspunkte, Nationalparks, Scenic Routes, Wanderwege u.v.m. gilt es hier zu erleben und erkunden.

emily moon garden routeEmily Moon - Garden Route von Michael Clarke Stuff - Emily Moon 03 HDR, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24330187

Warum finden sich so viele Kiefern- und Eukalyptusgewächse an der Garden Route?

Einer der ersten Forscher und später auch verantwortlich für die Landwirtschaft und zugleich den Erhalt der Natur entlang der Garden Route war der Franzose Francois de Vaillant. Um die bereits abgeholzten Areale wieder aufzuforsten bzw. grundsätzlich kahle Regionen zu begrünen, entschied er sich für die großflächige Anpflanzung von widerstandsfähigen (Kiefern) bzw. schnellwachsenden (Eukalyptus) Bäumen. Heute weiß man, dass die Kiefern für die Bodenversauerung sowie zahlreiche Waldbrände und der Eukalyptus für den hohen Verbrauch an Grundwasser verantwortlich zu machen sind. Die Kiefer gilt als „Feind“ der Fynbos-Vegetation.

Die beliebtesten Aktivitäten an der Garden Route

Wandern, Angeln, Kanu fahren, Bungee Jumping, Baden, Reiten, Surfen, Abseiling, Mountainbiking, Wale beobachten, Pflanzen bestimmen. Besorgen Sie sich an der Informationsstelle oder in einem Geschäft die kleinen Info-Broschüren (ca. ZAR 2), die zu den unterschiedlichen Interessenspunkten (Wandern, Vegetation, Wale beobachten etc.) Erläuterungen und z.T. Karten bieten. Niederschlagsmengen/Jahr: Tsitsikamma Coastal NP (küstennah): 1.200–1.500 mm, Knysna: 750 mm, De Hoop Nat. Reserve: 380 mmm

Wie entstanden die schönen Strandbuchten?

Beachten Sie an solchen Stränden (z.B. Plettenberg Bay, Goukamma, Sedgefield) die an der Seite vorgelagerten Landzungen („Nasen“). An ihnen fließt die Strömung vorbei und erfährt dabei einen „Platzmangel“, der Energie freisetzt und damit Strudel- sowie Wellentätigkeiten aktiviert. In diesen wird Sand aufgewirbelt und mit der – nun in die Bucht ablenkten – Strömung mitgesogen. In der Bucht selbst lässt die Energie der Strömung wieder nach. Der Sand sinkt ab und bildet die Grundlage für die Strände. Da die gröberen Sandpartikel bereits vorher absinken und nur die feinen Partikel wirklich das Ufer erreichen, finden wir heute Strandabschnitte vor, deren feiner, weißer Sand uns so beeindruckt.