Cango Caves Tropfsteinhöhlen bei Oudtshorn

cango-caves-suedafrikaDie beeindruckenden und tief verzweigten "Cango Caves" - TropsteinhöleDie Cango Caves gehören zu den größten und ausgedehntesten Tropfsteinhöhlen-Systemen der Welt.

Es herrschen 18 °C in der Höhle (leichte Kleidung), und 416 Stufen sind zu bewältigen. Die „Scenic Adventure Tours“ sind nur für körperlich Fitte zu empfehlen. Auch wer unter Klaustrophobie oder Übergewicht leidet, sollte diese Touren meiden. Es gibt ein Selbstbedienungs-restaurant.

R328, gut 30 km nördlich von Oudtshoorn, geöffnet: Dezember bis Februar, April: Führungen täglich zu jeder vollen Stunde zwischen 8h und 17h; Mai bis November, März: Führungen täglich zu jeder vollen Stunde zwischen 9h und 16h.

Unter Tropfstein versteht man in der Geologie verschieden geformte Gebilde, die vorwiegend aus Kalziumkarbonat CaCo3 bestehen. Sie entstehen dadurch, dass kalkreiches Wasser aus Gesteinsfugen herabtropft und verdunstet. An den Decken der Tropfsteinhöhlen bilden sich herabhängende Stalaktiten. Am Boden wachsen ihnen dann Stalagmiten entgegen. Manchmal verbinden sich Stalaktiten und Stalagmiten zu Stalagnaten als durchgehende Tropfstein-Säule.

Der Eingang zu den Cango Caves wurde schon in Urzeiten von Buschmännern als Behausung genutzt, die auch die Wände bemalten. Aber ohne tragbares Licht konnten die Bewohner der Vorzeit nicht weit in die Höhle eindringen. Nur Fledermäuse verirrten sich in der Tiefe, und ihre Skelette wurden vom durchsichtigen Kalzit versteinert.

Im Jahre 1780 stolperte zufällig ein Hirte in die Höhle, als er einem verwundeten Bock folgte, der hier verschwunden war. Der Mann erzählte die Entdeckung seinem Aufseher Barend Appel, der als Lehrer und Farmmanager beim Farmbesitzer van Zyl angestellt war. Appel informierte van Zyl über den Höhleneingang. Diesen interessierte die Entdeckung, und er führte die erste Expedition tief in die Höhle. Man gelangte bis in die van Zyl’s Hall, die eine imposante Größe von 98 m Länge, 49 m Breite und 15 m Höhe aufweist. Er entdeckte dabei ein besonders sehenswertes Tropfsteingebilde, die sogenannte Cleopatra’s Needle (9 m hoch, schätzungsweise 150.000 Jahre alt).

cango caves planCango Caves Plan bei Oudtshoorn, South Africa von Anagoria - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37258529
Man weiß nicht genau, wie weit van Zyl in die Höhle eingedrungen ist. Nach und nach gelangten Forscher weiter, bis sie nach 762 m vom Eingang glaubten, an das Ende des Höhlensystems gekommen zu sein. Doch andere Höhlenforscher gelangten bald zu der Überzeugung, dass es eine Fortsetzung der Höhlen geben müsse, da es hier frische Zugluft gab. Allerdings versperrten verzwickte Tropfsteinformationen und Felsen den Weg. Bis hierher bezeichnet man die Höhle als „Cango 1“, und sie wurde so ausgestattet, dass Touristen die Schönheit dieser „Unterwelt“ bequem bewundern können (z.T. raffiniert illuminiert, was nicht Jedermanns Geschmack ist). Die größte Höhle im Abschnitt Cango 1 ist 107 m lang und 17 m hoch, die höchste Tropfsteinformation ist eine 12,5 m hohe Säule in Botha’s Hall.

Das Geheimnis um den weiteren Verlauf der Cango-Höhlen wurde erst in neuerer Zeit geklärt. 1956 begutachtete eine Expertenkommission die Höhlen und fand folgendes heraus: Wenn draußen der Atmosphärendruck fiel, strömte Luft aus der Höhle heraus; stieg dagegen der Luftdruck draußen, so floss frische Luft in die Höhlen. Diese Beobachtung führte zu der Vermutung, dass es eine Fortsetzung der Höhlen geben musste. Diese Spekulation faszinierte zwei der Berufsführer, James Craig-Smith und Luther Terblanche, derart, dass sie einen großen Teil ihrer Freizeit opferten, um das Geheimnis zu lüften. In der letzten Höhle – im „Devil’s Workshop“ – folgten sie einem Luftzug, der sie zu einem schmalen Spalt führte.

Monatelang vergrößerten sie die kleine Öffnung und gelangten schließlich am 17. September 1972 in ein neues Wunderland, das sie „Cango 2“ nannten und welches eine Gesamtlänge von 270 m aufweist.

cango caves tropfsteinhoehlen 2Straußenfarm Oudtshoorn von User: Bgabel at wikivoyage shared, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22959520
Zur weiteren Erkundung wurden Spezialisten eingeladen. Sie fanden am Ende einen Wasserlauf, der Richtung Eingang zurücklief und sich etwa 20 m unterhalb der Höhlenebene befand. Zwei Männer folgten dem Strom, bis sie auf ein Hindernis stießen.

Im Jahre 1975 brachte man schließlich eine leistungsfähige Pumpe mit und senkte den Wasserspiegel so stark ab, bis man dem Wasserablauf folgen konnte und in die Fortsetzung des Höhlensystems, „Cango 3“, gelangte. Der neu entdeckte Abschnitt erwies sich mit 1.600 m Länge als doppelt so lang wie Cango 1 und 2 zusammen. Die erste Halle in Cango 3 alleine weist eine Länge von 300 m auf! Und man vermutet, dass dies noch nicht das Ende der Höhle ist.

Cango 2 und 3 stehen für den Besucher nicht offen. Dies ist insofern zu begrüßen, als man heute weiß, dass große Besucherströme die Schönheit der Tropfsteinhöhlen stark beeinträchtigen. Zigarettenrauch und Abfälle, die eine spezifische Bakterienwelt ermöglichen, verändern das Farbenspiel der Formation.

Die Cango Caves in Südafrika