C.P. Nel Museum in Oudtshoorn

Dieses durchaus lohnende Regionalmuseum zählt zu den besten Kleinstadtmuseen des Landes. Natürlich liegt auch hier der Schwerpunkt auf der Darstellung der Straußen-Epoche (1860–1930). Akribisch genau wurden alte Möbel, Kleider, Haushaltsgegenstände und Bücher gesammelt. Eine nachempfundene Apotheke aus der Zeit um 1900 macht zudem deutlich, wieviel Geld in Oudtshoorn gewesen ist.

Am eindrucksvollsten, und daher ist auch unbedingt ein Besuch hier vor dem einer Straußenfarm empfehlenswert, ist der große Raum, in dem sich alles um die Strauße und ihr Federkleid dreht. Da wird erläutert, dass schon die alten Ägypter die Federn als Schmuck benutzten, dass der Strauß ursprünglich aus der Region der westlichen Sahara stammt und dass die artverwandten Laufvögel der anderen Kontinente (Rhea, Emu etc.) doch um einiges kleiner sind. Doch Strauße sind auch auch bei Sportarten und kriegerischen Wettkämpfen das Symbol für „Ausdauer und Geschwindigkeit“. Rugbyteams, Wüstenregimenter und edle Herrenclubs, sie alle schmückten bzw. schmücken sich mit Straußenfederemblemen. Achten Sie auch auf den Schaukasten zum Thema Straußenaufzucht. Bereits 1869 begann man hier damit und das brachte den entscheidenden Durchbruch: Das Problem bis dahin war die geringe Fortpflanzungsrate. Oft verloren die Strauße ihre Brut, viele Küken schlüpften nicht oder starben kurz nach der Geburt. Doch die künstliche Aufzucht der Brut änderte alles.

Ein Archiv sowie eine Bibliothek im Hause können unter der Woche genutzt werden. Ein Blick in die Geschichte des Straßenbaus bietet dabei z.B. Einblicke in den Bau des Swartberg Passes.

Angeschlossen an das Museum ist das Le Roux Townhouse (146 High Street, gleiche Öffnungszeiten). Das 1909 erbaute Stadthaus gehörte einem Straußenbaron, der es während seiner Besuche in der Stadt nutzte und später seiner Tochter vermachte. Diese entwickelte Ende der 1930er Jahre, nachdem das Geld der Familie bedeutend knapper wurde, einen gewissen Geiz und veränderte nahezu gar nichts in dem Haus. Somit können Sie heute hier sehen, wie man damals lebte. Beachten Sie die Jugendstil-Glaspaneele und -Lampen. Auch die Linoleum-Böden sind aus dieser Zeit erhalten. Damals galten sie als fortschrittlich.

Einen Straßenblock entfernt vom Le Roux Townhouse lohnt noch ein kurzer Blick in die opulente Dutch Reformed Church, die aber nur Di, Do u. Sa von 9h30–11h30 geöffnet ist.

Baron von Rheede Street, Ecke Voortrecker St., geöffnet: Mo–Sa 9–13h, 14–17h, So nach Anmeldung.

Langenhoven House/Arbeitsgenot

Jan van Riebeck St., zw. Church u. van der Riet St., geöffnet: Mo–Fr 9–12h30, 14–17h30, Sa 9–12h30

„Arbeitsgenot“ ist das Haus des bekannten Afrikaans-sprachigen Dichters C. J. Langenhoven. Der Autor mag den meisten unbekannt sein, aber wer sich für die Wohnverhältnisse im „historischen“ Oudtshoorn interessiert, kann hier etwas über die typische Mittelklasse-Einrichtung der damaligen Zeit lernen.

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