sa flag 80x80wie viele Wracks vor der Kaphalbinsel liegen? Offiziell sind es dreiundzwanzig, darunter der legendäre „Flying Dutchman“, der 1680 versank, dessen Kapitän Hendrik van der Dekken seither aber immer wieder aus den Wellen auftaucht … In einer solchen Phase, man schrieb exakt 200 Jahre später, soll er King George V. begegnet sein und jenem erzählt haben, dass auf dem Meeresgrund „dortselbst noch viele Schiffe mehr“ liegen würden, allesamt gekentert auf den riesigen heimtückischen Riffen am Kap der Guten Hoffnung.

dassies… dass diese kleinen Klippschliefer, die in den Felsregionen des Kap herum wuseln und auch Dassies genannt werden, den gleichen Skelettaufbau wie Elefanten haben?

… dass Feuer die Fynbos-Vegetation nicht zerstören, sondern sie, im Gegenteil fördern? Und das, weil die Samenkapseln einiger Spezies so hart sind, dass nur Feuer sie aufbrechen können.

… dass Südafrika zwei Regierungssitze hat? Kapstadt und Pretoria (seit der Nationalisierung bedeutender Städtenamen 2005 auch „Tshwane“ genannt). In der Zeit von Januar bis Juni tagt das Parlament in Cape Town, während in der restlichen Zeit des Jahres von Pretoria/Tshwane aus regiert wird. Offizielle Hauptstadt Südafrikas ist aber Tshwane, das im südafrikanischen Verständnis aber noch immer „Pretoria“ heißt. Übrigens ist der Sitz des obersten Berufungsgerichtes (Supreme Court of Appeal) Bloemfontein.

… dass der Aufbruch in das „neue Südafrika“ in Cape Town seinen Anfang nahm? Am 2. Februar 1990, als der damalige Ministerpräsident William de Klerk in einer überraschend angesetzten Regierungserklärung das Ende der Apartheid verkündete.

… dass Govan Mbeki, der Vater des vormaligen Präsidenten Thabo Mbeki, zusammen mit Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert war?

… dass Südafrika seit dem 8. Mai 1996 die anerkannt fortschrittlichste Verfassung der Welt besitzt?

… dass der erste Weiße auf dem Tafelberg der portugiesische Entdecker Antonio de Saldanha war? Er hatte sich 1503 einen Überblick über die Bucht verschaffen wollen, vor der seine Armada aufgrund eines Navigationsfehlers angelandet war.

… dass das Kap der Guten Hoffnung gar nicht der südlichste Punkt Afrikas ist? Der befindet sich am Cape Agulhas, etwa100 Kilometer östlich. Dafür ist das Cape of Good Hope der südwestliche Ausläufer ganz Afrikas.

… woher das Kap der Guten Hoffnung seine Bezeichnung hat? Ursprünglich hieß der südwestlichste Punkt Afrikas seit 1488 „Kap der Stürme“, so benannt von Bartolomeu Diaz nach der ersten gelungenen Umsegelung. Später wurde daraus Cabo de Boa Esperanca – Kap der Guten Hoffnung, weil man sich Hoffnung machte, nach dem geglückten Passieren der unwirtlichen Region „viele reiche Länder entdecken“ zu können.

… dass Cape Town in der Homosexuellen Szene nach San Francisco die größte kulturelle Bedeutung genießt?

schlange… dass mehr als 130 Schlangenarten in Südafrika spezifiziert sind? 34 davon sind giftig, die Bisse von 14 Arten führen zum Tod. Am Kap muss man sich vor der Felsenpython (auch Kappython genannt) ebenso hüten wie vor der weit verbreiteten Puffotter – was die mögliche Anwesenheit von anderen Schlangen aber nicht ausschließt. Grundsätzlich gilt darum, dass man zum Wandern mindestens knöchelhohe, feste Schuhe tragen und gut aufpassen soll, wohin man tritt! Es existiert nämlich keine Schlange, die aus Langeweile angreift, sondern ausschließlich, wenn sie sich attackiert fühlt.

… dass der traditionelle Gold- und Diamantenabbau die boomende Wirtschaft Südafrikas nur noch marginal beeinflusst? So erwirtschaftet nur noch jede dritte Goldmine einen Gewinn, obwohl die Vorkommen noch immer zu den größten der Welt zählen – neben Platin, Vanadium, Mangan, Silikat und Alumini. Die Diamantenproduktion ist in Südafrika nahezu eingestellt.

waterfront…dass die berühmte V & A Waterfront im Hafen von Kapstadt ihren Namen den ehemaligen britischen Royals Queen Victoria und Prince Alfred, ihrem zweitgeborenen Sohn verdankt? Prinz Alfred ließ jenen Teil des Hafens 1860 erreichten, in dem der Shopping- und Unterhaltungs-komplex der V & A Waterfront sich heute befindet.

… dass diese berühmte V & A Waterfront auf den Resten des zerstörten und abgerissenen District Six erbaut wurde? 1966 wurde der traditionell von Farbigen bewohnte Stadtteil an der Buitenkant von der damaligen Apartheidsregierung zwangsgeräumt, dem Erdboden gleich gemacht und der Schutt ins älteste Hafenbecken entsorgt. Damals verloren 60.000 Menschen ihr Zuhause.

… dass die meisten Menschen, die in Afrika von Wildtieren getötet werden, ihrem Schicksal in der Art eines Hippopotamus begegnen? Es ist nämlich eine Crux mit diesen Flusspferden, die ja auch verniedlicht „Hippos“ genannt werden, dass man ihr Verhalten nicht einschätzen kann. Zwar weiß man, dass sie grundsätzlich dann zu aggressiven Höchstformen auflaufen, wenn sie vom Grasen zurück kommen und wieder ins Wasser wollen, doch was ihnen zwischendurch an Launen in den Sinn kommt, ist nicht kalkulier- sondern höchst fürchterbar!

… dass sich das Tauchen zwischen weißen Haien besonders in der False Bay wegen der überdurchschnittlich hohen Präsenz der white sharks lohnt?

… dass sich die Wiege der Menschheit nach heutigen Erkenntnissen in Südafrika befindet? Gleich zwei Funde von paläontologischer Einmaligkeit bilden die Basis für diese Feststellung: So die Entdeckung der Überreste von „Mrs. Ples“ am 18. April 1947 in den Sterkfontein Höhlen, nicht weit von Johannesburg entfernt. Sie belegen, dass die vor circa 2.8 Millionen Jahren lebenden Australopithecus africanus den missing link in der Darwin´schen Theorie bilden – womit sich bewies, dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben. Ebenso sensationell war in eben diesem Höhlensystem die Entdeckung eines fast komplett erhaltenen menschlichen Skeletts, dem man ein Alter von etwa 3.3 Millionen Jahren zuordnen konnte. Noch immer expandieren die Ausgrabungen und die Erwartung weiterer Funde ist so spannend wie eh und je.

crayfish… wo es den frischesten Crayfish gibt? In Hout Bay natürlich, aber auch in Lambert´s Bay an der Westküste, einen wunderbaren Tagesausflug von Cape Town entfernt. Ach ja, Crayfish ist natürlich Hummer!

… dass Sie den Tafelberg illuminieren lassen können? Zu einem nicht unerheblichen Entgelt, doch dafür wann immer Sie etwas ganz Besonderes ausdrücken möchten.

… dass J.J.R. Tolkien, Autor von „Herr der Ringe“ die gedanklichen Anstöße zu diesem größten und ersten Fantasy-Epos aller Zeiten im Tsitsikamma Forest am Ende der heutigen Garden Route erfuhr? Doch dies nicht allein, sind ein Großteil der Impressionen doch unverkennbar der Atmosphäre diesem Urwald entnommen. Dem Wind, der in den Kronen der 40, 50 Meter hohen Yellow- und Stinkwoodbäume seufzt, dem Wispern der kleinen Quellen im Unterholz, dem Rascheln der Farne und Lianen – dieser Sprache der Stille, die erzählt vom Treiben der Hobbits und Elfen bei ihrem Kampf um Mittelerde.

… dass der traditionelle Coon Carnival auf die Zeit der Sklaverei zurück geht? So war der 1. Januar der einzige Tag, an dem die Sklaven nicht arbeiten mussten und deshalb ausgelassen feiern konnten. Was sie taten, mit bunten Umzügen, viel Musik und gutem Essen. Doch beginnt der fünftägige Coon Carnival, auch Cape Minstrel Carnival genannt, erst am 2. Januar! Genau und das mit Recht, denn obwohl die Sklaverei bereits 1807 verboten war, dauerte es bis in das Jahr 1834, dass die britische Verwaltung der Kapprovinz alle 39 000 Sklaven der Region in die Freiheit entließ. Am 2. Januar des benannten Jahres, um genau zu sein, so dass dieser Tag seither als das Tweede Nuwejaar gefeiert wird, aber das keineswegs allein von den Nachfahren der ehemaligen Sklaven. Vielmehr gehört es zum guten Ton in der südafrikanischen Gesellschaft, „The Coon“ zu feiern – ausgiebig! Gäste willkommen!

rastafarian-210… was es mit Rastafarians auf sich hat? Sie sind in der Regel männlich und zeigen ihre Verehrung zu Ras (Prinz) Tafari durch das Wachsenlassen ihrer Haare, die sie zu den charakteristischen Locken drehen und oft mit riesigen Strickmützen in den Staatsfarben Äthiopiens bedecken. Zudem sind Rastafarians Vegetarier und rauchen aus religiösen Gründen Marihuana. Doch warum dies alles? Ras Tafari ist der ursprüngliche Name von Haile Selassi, dem späteren Kaiser von Äthiopien. In ihm sehen die Rastafarians den legitimen Nachfolger Hams, dem Urvater der schwarzen Rasse. In diesem Glauben sehen die Rastafarians sich als wiedergeborene Israeliten, in der misslichen Situation jedoch, dass sie für vergangene Sünden büßen müssen und deshalb von den Weißen in aller Welt unterdrückt werden. Wenn jedoch die Erlösung vonstatten gegangen ist – was alle Rastafarians dringend herbeisehnen - werden die Verhältnisse sich umkehren und dann werden alle Weißen für die Rastafarians arbeiten müssen!

Vielen Dank für den Bericht an Ulla Schmitz.