34° South Restaurant in Knynsa

Fischmarkt mit Austern

Stahlträger, Ziegelmauern und Wellblechdach sind so ganz nach dem Geschmack der trendigen Loft-Architekten unserer Zeit. Fisch und Krustentiere wiederum sind nach dem Geschmack der Touristen, die in Scharen die Garden Route frequentieren. Kein Wunder also, daß die Werfthalle des alten Hafens in Knysna zu einem kulinarischen Mekka ausgebaut wurde, das kaum Wünsche offenläßt.

Den industriellen Charakter hat man bewahrt: Groß und betriebsam, mit Mobiliar aus ehemaligen Eisenbahnschwellen und Schmiedeeisen. Wer sich darin wohl fühlt, bekommt hier nicht nur das beste und frischeste Seafood weit und breit, sondern auch Spezialitäten des ganzen Landes: Übergangslos gelangt man von den Tischen des Restaurants an die Stände des Fischmarktes und ins Delikatessen- und Weingeschäft.

Während der Konsultation der Karte kann man dem Fischweib beim Öffnen der Austern zusehen, die man gleich schlürfen wird. Und das sind nicht etwa die gezüchteten Pazifik-Austern, die nach Salzwasser schmecken und dem Zitronensaft, der ein letztes Zucken der noch lebenden Tierchen auslöst. Nein, wilde Austern sind das, eine sensible endemische Art, die vor der Küste von Tauchern geerntet wird, unter strengen Auflagen, versteht sich. Die Schale wie ein Stein, der Inhalt eher klein ... der Geschmack allerdings ist so intensiv, daß man ihn wirklich mögen muss. Der Kenner wird davon noch lange zehren, unterliegt aber der Gefahr, daß ihm zuhause die französischen Austern nicht mehr schmecken.

Die Weinkarte, ebenfalls im Lagerhallenformat, bietet zu diesem Ereignis natürlich auch den echten Champagner an, für alle, denen die einheimischen Gewächse nicht snobistisch genug sind. Und da ist das Verhältnis dann wieder umgekehrt: Nur ganz wenige der nach der "Methòde Cap Classique" produzierten Schaumweine erreichen annähernd Champagnerniveau. Aber unter uns gesagt: auch einfache Original-Champagner erreichen das nicht.

Das Dessert, geröstetes Obst mit Eis und Saucen von Vanille und roten Beeren, war aufwendig, aber geschmacklich keine Sensation. Das deckt sich immerhin mit dem Anspruch des Lokals: Solide Leistung, aber ohne Höhenflüge. Wir sind schließlich in einer Hafenhalle, nicht im Gourmet-Tempel. Neuerdings hat sich im Obergeschoss, vor dem Weinhändler, eine Sushi-Bar einquartiert, die neben dem Panorama-Blick auf die eindrucksvolle Antipasti-Theke wirklich gutes Sushi bietet. Der tadellose Reis war aufgrund eines örtlichen Schwulen-Festivals rosa eingefärbt, man ist ja neuerdings weltmännisch liberal. Die Sojasauce war angenehm salzarm, das Wasabi aber geradezu harmlos.

Waterfront, Knysna Quays, Shop 29
044 382 7268 (keine Reservierungen)
täglich früh bis spät

34 South Knysna | World Famous Restaurant Garden Route Knsyna