Bukhara Restaurant in Kapstadt

Wo der Pfeffer wächst

Dieses Restaurant habe ich im Bewußtsein betreten, ein weltgewandter Mensch zu sein; auch Zentralasien findet sich in meinem Reisetagebuch. Aber das usbekische Buchara mit seiner islamischen Kultur hat offenbar mit einem indischen Bukhara nichts zu tun, und um die Küche Indiens geht es hier - tatsächlich ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Weltkarte.

Und ganz so einfach ist die Welt nun mal nicht, denn einen Pfefferbaum gibt es auch in Südafrika; er hat allerdings mit dem indischen rein gar nichts zu tun. Kurzum: Am Ende des Mahls kam ich mir heillos überfordert vor, von der Komplexität der Aromen und Ingredienzen, von der Handhabung der Hilfsmittel und nicht zuletzt von der Menge des Gebotenen.

Aber der Reihe nach. Der Gruß aus der Küche namens "Papadoms" erwies sich als hauchdünner Fladen aus schmackhaftem Mehlgemisch von Kichererbsen und Linsen, mit einem milden Senfsamen-Dip gereicht, der das natürliche Aroma voll zur Geltung kommen ließ. Bevor ich diesen Genuß abschließen konnte, kam "Papdi Chat", ein reichhaltiger Teller voller Crackers mit Tamarinden-Chutney, Minz- und Yoghurt-Dressing. Drei Minuten später dampfte ein Kupferkessel gefüllt mit Linsen auf dem Tisch, daneben ein Korb mit knusprig ausgebackenem "Pudina Parantha", dazu Kartoffelschnitze, Kichererbsen und Ingwer. Mit dem angebotenen Instrumentarium Messer und Gabel war das technisch nicht zu bewältigen. Ich ignorierte beides, um zuerst mit dem im Kessel steckenden Löffel die Linsen auf den Gedeckteller zu schöpfen.

Doch was nun? Zu Hilfe kam die Erfahrung aus einem anderen Teil der Welt: In den arabischen Ländern öffnet man die beidseitig gebackenen Fladen entlang der porösen Innenseite, um das entstehende U- bis V-förmige Teiggebilde mit den flüssigen Speisen zu füllen, womit jeglicher Gebrauch von Werkzeug vermieden wird. Obwohl ich heute noch sicher bin, dass dies nicht im Sinne des Erfinders war, konnte ich das Lokal mit erhobenem Haupt und gefülltem Magen verlassen. Unverhältnismäßig wenig hatte übrigens die Geldbörse von ihrem Volumen eingebüßt.

33 Church Street
Lunch Mo-Sa, Dinner täglich
021 424 0000